TV-Kritik: Californication (22.15 Uhr, RTL2)

Schlüpfrig ist Trumpf

Hank Moody hat es auch nicht leicht: Zum Auftakt der neuen Staffel der frech-frivolen US-Serie "Californication" musste sich der verspulte Schriftsteller auf Wunsch seiner Lebensgefährtin Karen (Natascha McElhone) nicht nur einer Vasektomie unterziehen, sondern landete wider Willen auch noch im Bett einer anderen Frau - und kurzzeitig im Knast.

Auch in den neuen Folgen der pikanten US-Serie wird der von "Akte X"-Star David Duchovny mit viel Hingabe gespielte Autor trotz bester Vorsätze von den Verlockungen des Sündenpfuhls Hollywood immer wieder in moralische Untiefen geführt. Dabei will Hank doch endlich ein nach landläufigen Maßstäben anständiges Leben führen, aber die Gespenster der Vergangenheit - meist in Form attraktiver junger Damen - lassen ihn nicht los. Wie alle guten US-Serien schont das bitterböse Sittengemälde aus Los Angeles seine Figuren in keiner Beziehung. Dabei ist Schlüpfrigkeit Trumpf, aber eben nicht alles: Die vom B-Sender RTL 2 ausgestrahlte Serie überrascht gleichzeitig mit psychologisch fein gezeichneten Charakteren und erstaunlichem Tiefgang.