TV-Kritik

Mord im Mietshaus

Tatort: Hitchcock und Frau Wernicke (20.15 Uhr, ARD)

Frau Wernicke ist nett, einsam und ein bisschen neugierig. Eines Abends beobachtet die alte Berliner Dame von ihrem Fenster aus im Mietshaus gegenüber einen Mord. Sie ruft die Kommissare Ritter (Dominic Raacke) und Stark (Boris Aljinovic), die zunächst aber keinerlei Anhaltspunkte für ein Verbrechen finden und an der Glaubwürdigkeit der liebenswürdigen Frau Wernicke (Barbara Morawiecz) zweifeln - Hitchcocks Klassiker "Das Fenster zum Hof" stand bei diesem hervorragenden "Tatort" aus Berlin Pate. Doch nicht nur die Rentnerin, auch der Zuschauer stellte sich bei dem gelungenen Kammerspiel aus dem Hinterhof die Frage, ob der dubiose Weinhändler Benkelmann (Hans-Jochen Wagner) seine Gattin denn nun wirklich zerlegt und im Bad "auf Koffergröße" gebracht hatte, wie sich Ermittler Stark ausdrückte. Er hatte, wie sich am Ende dieses von der ersten bis zur letzten Minute packenden Krimis herausstellte, der wieder einmal bewies, dass der "Tatort" dann am allerbesten ist, wenn er ganz im Krimigenre und somit bei sich bleibt und einfach eine spannende Geschichte erzählt.