Good Bye, Babylon

Nomen est omen: Mit dem Film "Die letzte Vorstellung" verabschiedet sich das Filmkunsthaus Babylon an diesem Sonntag von der Bildfläche. Die Leinwand im schmuck renovierten Kino wird dunkel bleiben. Für längere Zeit, mutmaßt der enttäuschte Trägerverein. Nur für einen Augenblick, kontert der Kultursenator. Letzterer sucht einen neuen Betreiber. Einen, der den Kunstbegriff nicht ganz so eng sieht und deshalb mit der staatlichen Unterstützung (320 000 Euro pro Jahr) auskommt. Damit hatte das Babylon bislang Probleme. Deshalb setzt der Kultursenator auf einen personellen Neuanfang und richtete einer Findungskommission ein. Die soll den alten Trägerverein als neuen präferiert haben, teilte selbiger mit. Das hat ein Jurymitglied erbost zurückgewiesen und betont, der Verein habe sich uneinsichtig und unflexibel gezeigt.

Immerhin schlägt das Filmkunsthaus in der neuen Pressemitteilung auch sachlichere Töne an und spricht von der "vorerst letzten Filmvorführung". Ganz im Sinne des Senators. Der muß zügig dafür sorgen, daß sich diese Worte bewahrheiten. Denn ein Trägerwechsel ist legitim. Die Schließung des Babylons nach der aufwendigen, mit öffentlichen Geldern finanzierten Restaurierung aber nicht.