Generationswechsel

Thomas Köhler soll Berlinische Galerie leiten

Ein Generationswechsel steht an in der Berlinischen Galerie: Jörn Merkert, seit 1987 Chef, geht im Juli mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand.

Der Nachfolger des landeseigenen Museums soll heute präsentiert werden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird es Thomas Köhler (Jahrgang 1966). Der bisherige Vize-Chef wechselte 2008 vom Wolfsburger Kunstmuseum nach Berlin. Im dem Vorzeigemuseum leitete er die Abteilung Kommunikation und Visuelle Bildung, seit 2005 war er Interimsdirektor. Er hat Kunstgeschichte in Frankfurt und Paris studiert, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, wechselte 1996 als "curator in residence" an das Whitney Museum of American Art nach New York.

Köhlers Wahl ist so naheliegend wie richtig, auch wenn es andere gute Bewerbungen gab. Wenn Köhler seinen Posten demnächst einnimmt, wird er einiges anders machen. Wer den umtriebigen Köhler aus seiner Wolfsburger Zeit kennt, weiß, er setzt auf junge Kunst. Hier in Berlin wird er wohl eine stärkere Bindung zu jungen Künstlern suchen. Köhler weiß, die Sammlung kann eine Verjüngungskur gut gebrauchen ebenso wie eine noch engere Beziehung zum vitalen Produktionsstandort. Die Szene braucht ein museales Standbein, und die Sammlung selbst hat Lücken in dem Bereich - was auch dem fehlenden Ankaufsetat geschuldet ist.