Filmkritik

Die Einsamkeit im Eis - etwas unausgereift

"How I Ended This Summer ", der Film des russischen Regisseurs Alexei Popogrebsky, heißt im Original "Kak Ya Provel Etim Letom", und so knorrig wird das Ganze auch: zwei Männer auf einer Polarstation im ewigen Eis, noch dazu auf einer einsamen Insel.

Anfangs noch wie ein Imagefilm gegen Jugenddepression, wenn Pavel die Arktis als riesigen Spielplatz begreift, erweckt Alexei Popogrebskys "How I Ended This Summer" zunächst den etwas trüben Anschein, als bliebe ihm ja nichts anderes übrig, als gute Bilder zu zeigen, hier am Weltende, das wie für die Leinwand geschaffen ist.

Doch dann meißelt er ein beinahe an Gus Van Sants "Gerry" erinnerndes Drama um Angst und Tod und Verlorenheit im "realen" wie im virtuellen Leben heraus, das sich immer besser macht. Allerdings wirkt der Film trotz seines sich dann doch noch extrem zuspitzenden Showdowns und seiner wunderbar präsenten Hauptdarsteller (Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis) unausgereift, in der Zerdehnung des ersten Dreiviertels manieriert. Es gibt aber schöne Einfälle auf der Tonspur, wo Funksignale wie Kirchenorgeln klingen oder zum Weinen eines Menschen werden, bis sie zum Kreischen des Geigerzählers übergehen.