Internet

Gema kommt YouTube entgegen

- Die hitzige Auseinandersetzung zwischen der Videoplattform YouTube und der Verwertungsgesellschaft Gema scheint sich ein etwas abzukühlen. Zumindest die Gema bemüht sich derzeit darum, die Emotionen herunterzukochen. Im Streit mit der Google-Tochter sei es gar nicht um die Höhe der Gebühren gegangen, sondern um unterschiedliche Auffassungen darüber, ob und inwieweit die Vertragspartner Auskünfte über das Repertoire ihrer Künstler geben müssten. Man habe niemals zwölf Cent pro abgespieltes Video von YouTube verlangt, sagte eine Gema-Sprecherin der Morgenpost. Verhandlungsbasis sei ein Cent pro Video. Im Übrigen sei man zuversichtlich, "bald an den Verhandlungstisch zurückzukehren."

Nachdem ein Vertrag zwischen YouTube und der Gema Ende März ausgelaufen war und man sich nicht auf neue Konditionen einigen konnte, hatte die Google-Tochter gestern angekündigt, die Musikvideos auf den deutschen Seiten zu sperren. Noch sind allerdings noch viele Videos abrufbar. Ein Google-Sprecher erklärte das damit, dass der Blockadeprozess technisch aufwendig sei und einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Was die Verhandlungen über den Preis angehen, gab man sich bei YouTube nachhaltig unversöhnlich: Selbst der von der Gema genannte Preis von einem Cent pro Video sei jenseits dessen, was für das Unternehmen wirtschaftlich darstellbar wäre. "In Großbritannien etwa fordert die Verwertungsgesellschaft nur 0,23 Eurocent, und selbst das ist für uns nicht finanzierbar", sagte ein Sprecher. Aus denselben Gründen hatte der Internetriese in Großbritannien bereits vor einigen Wochen die Musikvideos auf seinen britischen Seiten gesperrt, ohne dass bislang eine Lösung gefunden wurde. Schon bevor das deutschsprachige Videoangebot im November 2007 online ging, hatte es einen Streit über Urheberrechtsfragen mit der Gema gegeben. Wie viel YouTube bislang pro herunter geladenem Video zahlen muss, wird von den Vertragsparteien verschwiegen. Bei Google sagt man nur so viel: Es sei einiges weniger gewesen als der jetzt geforderte Cent, sonst würde man sich ja nicht streiten.