Gema-Streit

YouTube sperrt Musikvideos in Deutschland

YouTube sperrt bis auf Weiteres alle Musikvideos auf seiner deutschen Internet-Videoplattform. Grund ist ein Streit über die Höhe von Lizenzgebühren, die YouTube den Künstlern für die Wiedergabe ihrer Musik im Internet zahlen muss.

- Die Verwertungsgesellschaft Gema kassierte diese Tantiemen im Auftrag der mehr als 60 000 Musiker und Autoren. YouTube hat gestern Abend begonnen, den Abruf der Videos zu blockieren. Gema-Sprecherin Bettina Müller sagte, ihre Organisation habe YouTube einen Preis von einem Cent pro Abruf vorgeschlagen. Außerdem verlange die Gema eine größere Transparenz über die Nutzung des Repertoires der Künstler, die von der Gema vertreten würden. Google-Sprecher Kay Oberbeck nannte die Forderungen "völlig inakzeptabel", da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Die Gema habe zunächst sogar auf einen Listenpreis von zwölf Cent pro Abruf eines Musikvideos verwiesen. Aber auch der nun genannte Tarif von einem Cent sei nicht hinnehmbar.

Nicht nur in Deutschland streitet sich die Google-Tochter YouTube mit den Lizenzbehörden. Auch in Großbritannien sind wegen eines ähnlichen Konfliktes seit zwei Wochen YouTube-Musikvideos gesperrt. Die dortige Verwertungsgesellschaft PRS fordere 0,22 Cent, heißt es bei YouTube. Aber selbst das sei zu viel. "Da müssten wir draufzahlen", sagte ein Sprecher.

Im November 2007 hatten sich die Gema und YouTube auf einen bis gestern befristeten Nutzungsvertrag geeinigt. Über die Höhe der Vergütungen war Stillschweigen vereinbart worden. Die damals vereinbarte Pauschalsumme dürfte aber weit unter der aktuellen Gema-Forderung liegen. "Wir wollen mit dem alten Vertrag weitermachen", skizzierte ein YouTube-Sprecher die aktuelle Verhandlungslage.