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Der Vorspann wird hier zur Hauptsache

"Mein Name ist Orson Welles. Ich habe das Drehbuch geschrieben und Regie geführt", sagt der große Filmemacher am Ende des Vorspanns zu "Der Glanz des Hauses Amberson" aus dem Off.

Selten hat ein Filmemacher das so ausdrücklich selber in die Hand genommen. Meist ist der Vorspann Grafikern überlassen und keine sonderlich dankbare Aufgabe: Sie müssen alle wichtigen Namen illustrieren - und dabei ihre eigenen oft verschweigen.

Pünktlich zur Berlinale haben die Kunstwerke der verkannten Gattung und ihren größten Vertretern die Ausstellung "Vorspannkino" gewidmet.

Was in der Stummfilmzeit als animiertes Titelbild diente, wurde in den fünfziger Jahren zur rechtlichen Norm: Hollywood-Studios verlangten, dass alle Beteiligten vor ihren Filmen genannt wurden. Es blieb nicht lange bei trister Enumeration, spätestens ab James Bond wurde die Liste sexy, wenn Designer Maurice Binder Namen über Frauenkörper gleiten ließ. Nur ein anderer wurde noch bekannter: Saul Bass, der für Hitchcocks "Psycho" die Namen der Schauspieler zerhackte, bevor im Film ihre Körper an der Reihe waren. Über 50 Werke sind über die Räume verteilt, starke Gesten gibt es auf der Großleinwand der Haupthalle, "Barbarella" und den "Angriff der Killertomaten" als multiperspektivische Installation. Und zu Hitchcock steht man auf Schaumstoff.

Kunstwerke , Auguststr. 69, Mitte. Eröffnung heute, 17 Uhr.8.2.-19.4.