Eröffnungskonzert

Kulturaustausch: Kasachstan stellt sich in Berlin vor

Kasachstan ist das neuntgrößte Land der Erde und eines der am dünnsten besiedelten. Fünfzig Nationalitäten leben auf dem Gebiet, das sich vom Kaspischen Meer bis zur chinesischen Grenze erstreckt, viele sprechen noch immer vorwiegend russisch.

Für den Westen aufgrund seiner strategischen Lage und seiner Rohstoffe interessant, wird Kasachstan kulturell kaum wahrgenommen.

Das sollte und könnte sich ändern. Staatspräsident Nursultan Nasarbarjew und Bundespräsident Horst Köhler erweckten mit ihren Eröffnungsreden zum Kasachstan-Jahr in Deutschland den Eindruck, zwischen den beiden Zivilgesellschaften gebe es eine besondere Nähe - und noch größere Hoffungen auf engste Zusammenarbeit. Beim Eröffnungskonzert, der ersten von über 40 Veranstaltungen dieses Joint ventures, staunte das Publikum über das Niveau und die Vielfalt der kasachischen Musikkultur. Der Tonfall kommt einem vage vertraut vor, haben doch russische Komponisten im 19. Jahrhunderts gern die exotischen Melodien der Turkvölker benutzt. Kasachische Komponisten jedoch wie Brusilowski, Kurmangazy und Schubanow sind im Westen namenlos geblieben, ein wenig bekannter dürften die Volksinstrumente Dombra und Kobys sein. Das Kurmangazy-Orchesters bewies, dass sie auch im Ensemble erfolgreich gezupft und gestrichen werden können. Symphonieorchester und Chor der Nationaloper Kasachstans bewiesen hingegen, dass Brahms und Lehar sehr populär sind in Astana und Almaty. Maira Muchamedkysy war der hinreißende Sopran-Star des Abends.

( tar )