Kunst

Initiative dringt auf Kunsthalle im Großmarkt

Die Pläne des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) für eine privat finanzierte Kunsthalle am Berliner Hauptbahnhof bekommen Konkurrenz. Eine Initiative um den Leiter des Künstlerhauses Bethanien, Christoph Tannert, und die Grünen-Politikerin Alice Ströver dringt auf die Nutzung des bisherigen Blumengroßmarktes in Kreuzberg als Ausstellungshaus.

Schon in der vergangenen Woche hatte das Jüdische Museum Interesse an einer Mitnutzung des Geländes in der Südlichen Friedrichstadt angemeldet.

Es sei zweifelhaft, ob sich Investoren für einen Bau am Humboldthafen in der Nähe des Hauptbahnhofs finden lassen, erklärte die Initiative Berliner Kunsthalle gestern weiter. In einem solchen Fall stehe die Stadt vor der Alternative, einen teuren Neubau zu errichten oder ein bestehendes Gebäude umzubauen. Initiator für den Bau der Kunsthalle am Humboldthafen ist der Sammler und Immobilieninvestor Nicolas Berggruen, Sohn des 2007 gestorbenen Kunstsammlers Heinz Berggruen.

Das Jüdische Museum hatte erklärt, es gebe Gespräche mit dem Architekten Daniel Libeskind, der den 2001 eröffneten Erweiterungsbau entworfen hat. In einem Neubau auf dem 24 000 Quadratmeter großen Großmarktareal könnten die Abteilungen für Bildung und Forschung sowie das Archiv des Museums unterkommen.

Auch die Gründer der Temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz hatten Interesse an der 6000 Quadratmeter großen Markthalle mit der Adresse Friedrichstraße 18 angemeldet. Grundstück und Halle gehören der Berliner Großmarkt GmbH, einer hundertprozentigen Landestochter. Die Halle soll bis Ende 2010 geräumt sein.

Sollte das Jüdische Museum hier zum Zuge kommen, würde das Areal die internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, erklärte die Initiative weiter. Von dem Gebiet könnten Impulse für das gesamte Quartier ausgehen, wo sich bereits mehr als 50 Galerien etabliert haben. Die Südliche Friedrichstadt sei durch die einstige Nähe zur Berliner Mauer noch städtebauliches Entwicklungsgebiet. Das Areal wäre auch ein Gegenpol zur traditionellen Museumslandschaft mit Museumsinsel und Humboldtforum in der Stadtmitte.