Bescherung bei 30 Grad Celsius

Weihnachten hat viele Namen in Südafrika: Matswalo a morena, Christmas, Kersfees oder Kissiemus.

Weihnachten hat viele Namen in Südafrika: Matswalo a morena, Christmas, Kersfees oder Kissiemus. SeSotho, Englisch, Afrikaans und Zulu sind nur vier der insgesamt elf offiziellen Sprachen der Regenbogen-Nation am Kap der Guten Hoffnung. Wer jedoch vielfältige Weihnachtsbräuche erwartet, irrt. Weihnachten ist auch dort in erster Linie ein Fest der Familie und orientiert sich an europäischen Traditionen. Einzige Unterschiede: Das Wetter ist wärmer, die Geschenke sind kleiner und die Weihnachtsbäume - wenn überhaupt vorhanden - sind in der Regel aus Kunststoff.

Nicht so bei Edmund Salomons, der seit 20 Jahren die Inkosana Lodge in den Drakensbergen der Provinz kwaZulu Natal an der Grenze zu Lesotho betreibt. In dem Bergklima auf 1800 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen Nadelbäume, und jedes Jahr ziert einer davon die Lounge seiner Pension. An die 40 Touristen aus Europa, Amerika und Südafrika haben sich dort über die Weihnachtstage eingebucht. Sie erwartet am 25. Dezember ein Festmenü: Mit Truthahn, Papaya-Suppe, Kartoffel- und Curry-Pasta-Salat sowie Desserts nach englischen Rezepten sollen die Gäste verwöhnt werden.

Auch für die in der Region einheimischen Zulus besteht Weihnachten in erster Linie aus einem Zusammensein in der Familie bei einem guten Essen - in der Regel Maisbrei mit Fleisch und einem Gemüse-Gravy.

Ein ähnliches Mahl unter dem Sotho-Namen Bogobe le nama wird auch die 42-jährige alleinerziehende Mutter Meisie Motdjuadi in Pretoria (Provinz Gauteng) ihren beiden Kindern am Heiligen Abend auftischen. Bevor sie Neujahr ihre Familie im etwa 300 Kilometer entfernten Polokwane (Limpopo Provinz) besucht, steht eine bescheidene Bescherung mit eher nützlichen Geschenken an: Bekleidung für die Kinder sowie das eine oder andere Spielzeug. Bei einem Monatsverdienst von etwa 300 Euro sind Luxusgeschenke die Ausnahme auf dem Gabentisch.

Stefanie van der Merwe (27) aus der Nähe von Johannisburg will sich eine rot-weiße Weihnachtsmann-Mütze aufsetzen und in ihrer Familie Geschenke wie CDs oder Spielzeug verteilen. Im Garten ihres Elternhauses versammelt sich am frühen Nachmittag die Familie um den Grill, auf dem Lamm, Huhn und Steaks braten. Es werden Neuigkeiten ausgetauscht, bevor die Weihnachtsfeier mit dem Sonnenuntergang in eine ausgelassene Party übergehe. Als Marketing-Managerin für die Bundu Bus Safari Company muss sich Stefanie van der Merwe aber auch an den Feiertagen um internationale Touristen kümmern.