Polizeiruf 110: Verstoßen (ARD)

Sie sind nicht die Jüngsten und auch nicht die Schönsten, sie tragen biedere Klamotten, haben keine Ahnung von Trends, leiden unter keinerlei Neurosen und gelten nicht gerade als cool.

Sie sind nicht die Jüngsten und auch nicht die Schönsten, sie tragen biedere Klamotten, haben keine Ahnung von Trends, leiden unter keinerlei Neurosen und gelten nicht gerade als cool. Gerade deshalb aber sind die beiden Kommissare Schmücke und Schneider aus Halle unter all den leicht schrägen, furchtbar komplizierten, stets verzweifelnden, oft zynischen, trotzdem sozial voll engagierten und nicht selten total kaputten Fernsehermittlern fast so etwas wie bunte Hunde. Wenn man die Sache mal so sieht, macht es durchaus Spaß, den zwei gemütlichen, aber jederzeit scharfsinnigen und sympathischen Stoikern bei der Arbeit in der ARD-Krimireihe "Polizeiruf 110" zuzusehen. Das gilt beileibe nicht für jeden Einsatz der von Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler verkörperten Kripoleute. Das galt aber - mit leichten Einschränkungen - durchaus für ihren neuen Fall, in dem es um den Mord an der gescheiterten Existenz Matthias Noack (Nils Nelleßen) und den Tod seines kleinen Neffen ging - eine von Anfang bis Ende spannende Mischung aus Krimi und Drama, in der zwei alternde Kommissare eine richtig gute Figur abgaben.

mw