Französischer Abend der Komischen Oper

Es ist das gute Recht von Komponisten, in die Zukunft hinein zu schreiben. "Pour orchestre" hat denn auch Fabien Lévy seine Komposition genannt, einem Kompositionsstipendium der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung, Kultur entsprungen und nun unter Patrick Davin, gestützt auf das Orchester des Hauses, in der Komischen Oper uraufgeführt.

Es ist das gute Recht von Komponisten, in die Zukunft hinein zu schreiben. "Pour orchestre" hat denn auch Fabien Lévy seine Komposition genannt, einem Kompositionsstipendium der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung, Kultur entsprungen und nun unter Patrick Davin, gestützt auf das Orchester des Hauses, in der Komischen Oper uraufgeführt. Ein pikantes Werk, das freilich, heimgesucht von einem Dauerbefall von Generalpausen, allmählich an Interesse verliert und versandet. Dabei fängt das fein ausgehörte, anspruchsvolle Werk beinahe wie mit Vogelstimmen dahinzwitschernd an. Was erfahrungsgemäß auf Frankreich verweist. Zumindest das Olivier Messaens. Das ganze Programm des Sinfoniekonzerts aber war Frankreich gewidmet, in dem sich gerade deutsche Opernorchester schwer zurecht finden. Zumal das der Komischen Oper. Von der Akustik des Hauses nicht gerade begünstigt, wenn es sich auf der Bühne platziert sieht, geht alles den Stücken einkomponierte Parfum gründlich verloren.

Grelle herrscht vor, von atmosphärischer Finesse keine Spur. Die Genialität der Orchesterstückchen aus "Fausts Verdammnis" von Berlioz geht verloren. Dagegen trumpft nicht einmal der populäre "Ungarische Marsch" an. Patrick Davin erweist sich dennoch auf Anhieb als Spezialist für musikalischen Charme, ohne den ein französisches Repertoire nun mal nicht recht aufklingen will. Nur braucht man dazu ein virtuoses Orchester. Das aber besitzt die Komische Oper zurzeit nicht. Dennoch spielte es Lévys unternehmungslustige Novität durchaus bestrickend. Es stand auch dem geigenden Solisten Boris Belkin wacker zur Seite, dem Chaussons Salon-"Poème" bestrickend von den Saiten floss. Mit der bravourösen "Tzigane" Ravels schien er jedoch leicht überfordert. Debussys "La mer" bildete mit seinen hohen Wellen das imposante Finale.

Gtl.