Russomobil unterwegs in Deutschland

Der staatsfinanzierte Fonds "Russki Mir" zur Förderung der russischen Sprache und Kultur will seine Arbeit in Westeuropa ausdehnen.

Der staatsfinanzierte Fonds "Russki Mir" zur Förderung der russischen Sprache und Kultur will seine Arbeit in Westeuropa ausdehnen. In Deutschland habe der Fonds bereits Russisch-Wettbewerbe gefördert, sagte der Direktor Wjatscheslaw Nikonow am Sonnabend in Schlangenbad bei Wiesbaden. "Wir bringen auch ein Russomobil auf die deutschen Straßen." Dem Plan nach soll ab September ein Minibus mit jungen Russischlehrern an Bord als rollendes Kulturinstitut deutsche Schulen besuchen, um die Sprache populär zu machen. In Deutschland gebe es etwa vier Millionen Menschen mit Wurzeln in Russland, schätzte Nikonow.

Im Herbst würden russische Lese- und Informationssäle an zwei belgischen Universitäten eröffnet. Auch an der Organisation des Russischen Winters auf dem Londoner Trafalgar-Square im Januar war der Fonds beteiligt. "Russki Mir", übersetzt "Russischer Friede" oder "Russische Welt", soll weltweit die russische Sprache und Kultur pflegen und zugleich das Image des Landes aufbessern. Präsident Wladimir Putin hatte den Fonds im Juni 2007 eingerichtet. Die Leitung wurde dem Politologen Nikonow anvertraut, einem Vordenker von Putins Politik. Er leitet auch die Stiftung "Einheit für Russland", die der Kremlpartei Geeintes Russland nahesteht. Für die Kulturarbeit seien jährlich 12,8 Mio. Euro eingeplant. dpa