Countertenor auf den Spuren Farinellis

Der französische Countertenor Philippe Jaroussky ist mit 21 Jahren noch relativ jung für eine Opernkarriere.

Der französische Countertenor Philippe Jaroussky ist mit 21 Jahren noch relativ jung für eine Opernkarriere. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat er dank ausgezeichneter CD-Aufnahmen - "Echo Klassik 2005" für den besten Nachwuchskünstler - und gefeierten Bühnenauftritten einen Senkrechtstart hingelegt.

Begonnen hat alles ganz unehrgeizig. Noch zu Schulzeiten war ein Musiklehrer der Ansicht, der elfjährige Philipp solle doch ein Instrument spielen lernen. Jaroussky begann mit Violine, drei Jahre später folgte Klavier. Mit 18 Jahren überlegte er sich ernsthaft, ob er nicht von der Musik leben könnte. An Gesang dachte er nicht. Ein Konzert mit Fabrice di Falco veränderte alles. Er war von der Stimme des Counters dermaßen fasziniert, dass er di Falcos Gesangslehrerin Nicole Fallien aufsuchte und sie bat, ihm diese Technik beizubringen.

"Es gab viel zu lernen", beschrieb Jaroussky seinen Weg an die Spitze. Bereits während seines Studiums trat er regelmäßig in Opernproduktionen auf. "Ich hatte damals noch keinen Körper unter meiner Stimme", sagt er. Das hat sich zum Glück heute geändert. "Meine Lehrerin meinte, dass eine Stimme mindestens zehn Jahre benötigt, um sich zu entwickeln." Fallien ist bis heute seine Lehrerin geblieben.

Besonders interessiert sich Jaroussky für Giovanni Carestini - genannt "Cusanino". In seiner neuesten CD "Carestini - the story of a castrato" widmete er sich ausschließlich dessen Repertoire. "Farinelli war gar nicht unbedingt der beste Kastrat, höchstens der berühmteste. Die anderen standen lange in seinem Schatten. Zu Unrecht."

Das Album

"Carestini - the story of a castrato" mit Philippe Jaroussky (Virgin)

Sabina Bébié