Privatkonzert: Robin Gibb von den Bee Gees im Admiralspalast

Normalerweise gibt es so was ja nur für die Reichen und Schönen, wie etwa den Sultan von Brunei: ein Privatkonzert.

Normalerweise gibt es so was ja nur für die Reichen und Schönen, wie etwa den Sultan von Brunei: ein Privatkonzert. Aber für die Hörer von Spreeradio gab's das nun auch: ein Konzert mit Robin Gibb, dem Motor der Bee Gees, im Admiralspalast. Kaum einer hat's mitbekommen, doch der Laden ist voll. Der sehr schmale Endfünfziger gibt kurze Einsätze per Zeigefinger - die Musiker legen los. Schon beim dritten Song gibt es langanhaltende Ovationen. Zehn Minuten später tanzen die ersten im sehr gemischten Publikum. Robin Gibb singt Bee Gees-Erfolge und eigene Hits von den sechziger Jahren bis heute. Und die Band klampft "Massachusetts" so mitreißend, wie Robin herzergreifend schluchzt. Souverän surft er über die Stile: 80er-Funkmetal, dann Pop, ein bisschen Reggae um dann endlich zu Disco zu kommen. "There was this movie...", sagt er, aber das geht schon im Freudentaumel unter. Zuhörer, egal wie alt, verwandeln sich in Mini-Travoltas und schütteln was geht: "Night Fever", "Stayin' Alive", "Jive Talkin". Und man fragt sich, was das eigentlich ist, das so mitreißt? Sicherlich, da sind die Songs, die jeder, egal wie alt, seit Kindesbeinen schon im Radio hörte. Aber da ist noch mehr, es ist diese wirklich 100prozentig live-haftige Musik. Richtige Instrumente haben einen sehr eigenen, einen sehr direkten Klang. Der Schlagzeuger hat nicht wie sonst Riesenkopfhörer auf und zählt den Klick vor, damit die Musiker im Einklang mit den Computern spielen. Hier wird nach alter Väter Sitte ohne Festplatten musiziert. Jede Strophe ein bisschen anders, jedes Instrument hat Freiraum. Und wenn Robin Gibb die Nase hebt, dann wird die Band ein bisschen langsamer, macht es spannend, zögert raus, um mit beiden Beinen in den Refrain zu springen. Hier wird gezeigt, wie Popmusik auf der Bühne dargebracht wird, mit minimalster Show sehr starke Wirkung, nämlich nur mit Musik. Ganz so, als wollte der Altmeister den Timberlakes dieser Welt zeigen, wo der Hammer hängt. 70-jährige, die mit ihren Enkeln tanzen - im Admiralspalast wird eine herzliche Party gefeiert. Robin Gibb ist selbst von der Reaktion beeindruckt, "Wow, muss ich meinem Bruder Barry erzählen", sagt er. "Den bringe ich nächstes Mal mit". Wir freuen uns drauf.