Auf nach Mokka!

Uwe Sauerwein

König Salomon lebt! Er heißt Hubertus Gaßner und hat, als Direktor des Essener Folkwang-Museums, durch eine weise Entscheidung den Kampf der Kulturen verhindert. Rund 20 Muslime hatten vor dem Museum nämlich lautstark gegen "Mekka" protestiert. Nein, nicht gegen die islamische Wallfahrtsstätte, sondern das gleichnamige Werk des Kölner Künstlers Georg Herold, der eine schwarz gefärbte Unterhose, pfui, über ein Drahtgestell gespannt hatte. Nach Rücksprache mit dem Künstler (Zensur!) taufte der Direktor die satanische Skulptur einfach in "Mokka" um. Zwar stammt das Heißgetränk ebenfalls aus dem Orient, ist jedoch vielen Europäern mindestens genauso heilig und überdies an keine Konfession gebunden. Ob der geniale Einfall den Museumsmann für weltpolitische Aufgaben prädestiniert, darf trotzdem bezweifelt werden. Schon im Krieg zwischen Irak und Iran Ende der Siebziger stieß der Vorschlag, beide Staaten bräuchten doch nur den letzten Buchstaben ihres Namens miteinander zu tauschen, auf taube Ohren.