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Wenn der Schlaf warten muss: Die Lange Nacht der Familie

| Lesedauer: 3 Minuten
Karoline Beyer

Museen, Vereine und Theater in der ganzen Stadt warten heute bis lange nach Anbruch der Dunkelheit auf Besucher. Das Programm bietet für jeden etwas - von Sport bis Kunst, vom Lagerfeuer bis hin zum Forschungslabor an der Uni

Ein bisschen Gruseln gehört schon dazu. Schließlich ist es Nacht - oder wenigstens später Abend. Kinder, die heute mit ihren Eltern an der Langen Nacht der Familie teilnehmen, können Aufregendes erleben. Sie machen eine Nachtwanderung durch den Grunewald, erforschen mit Fackeln in der Hand den Garten einer alten Villa oder lassen sich im Stockfinsteren Lieder vorspielen. 125 Angebote gibt es zwischen 17 und 22 Uhr in der ganzen Stadt. Darunter sind natürlich nicht nur abenteuerliche Aktivitäten, sondern auch jede Menge Gelegenheiten zum Mitmachen und Erforschen. Museen, Vereine und Unternehmen öffnen ihre Türen und haben ein Programm entwickelt, das auf Familien zugeschnitten ist. Sie haben für heute Abend ihre Eintrittspreise gesenkt, teilweise ist der Eintritt kostenlos.

Zum zweiten Mal findet die Lange Nacht der Familie statt. Initiiert hat sie das Berliner Bündnis für Familie. Die Schirmherrschaft übernimmt Sandra Scheeres, Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Im vergangenen Jahr gab es 101 Angebote, der Zuspruch der Berliner Familien war groß - fast 10.000 Besucher kamen. Die meisten blieben in einer Gegend, denn mehr als zwei oder drei Besuche schafften die wenigsten. Leider gibt es auch in diesem Jahr kein Fahrticket der öffentlichen Verkehrsmittel, mit dem man - wie bei der Langen Nacht der Museen - alle Orte zu einem Preis inklusive Eintritt besuchen könnte.

Tipps für drinnen und draußen

Bei über 100 Angeboten ist auch in diesem Jahr für praktisch jeden etwas Passendes dabei. Eine kleine Auswahl: Die Waldschulen der Berliner Forsten in Zehlendorf, Charlottenburg und Spandau bringen den Besuchern das Waldleben näher: Sie suchen Essbares in der Natur und lernen, sich zu orientieren. Außerdem gibt es eine Nachtwanderung (ab sechs bzw. acht J., Eintritt 2,50 bzw. fünf Euro). An der Technischen Universität können die Kinder vielleicht dazu beitragen, dass der in Berlin entwickelte Roboter Nao künftig Menschen den Alltag erleichtert. Denn im Dai-Labor helfen sie, ihn zu programmieren (Voranmeldung, ab zwölf J., kein Eintritt). Im Kinderhaus in Lichtenberg verstecken sich Igelkinder. Je mehr Aufgaben die Besucher lösen, desto mehr Stacheltiere werden sie entdecken (sechs bis 14 J., kein Eintritt). Jeweils eine Skulptur erschafft jede Familie in der Kinder- und Jugendeinrichtung "Schabracke" in Pankow. Großeltern, Eltern und Kinder arbeiten gemeinsam mit Metall, Holz, Stein, Glas und Leder. Die Arbeit wird später ausgestellt (ab sieben J., Eintritt Kinder 2,50 Euro). In Neukölln wird es laut: Im Jugend- und Kulturzentrum Wutzkyallee werden kleine Instrumente gebaut, wird gemeinsam musiziert und anschließend gibt es ein Lagerfeuer (ab sechs J., Eintritt 50 Cent). Im Waldhochseilgarten im Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg schwingen sich Familien in einem aufregenden Spiel aus Licht und Schatten durch die Bäume (ab zehn J., Eintritt fünf Euro). Eine Schatzsuche im Dunklen wartet im historischen Bankhaus am Gendarmenmarkt auf die Kinder. Dabei werden sie von verkleideten Bankangestellten betreut. In eine geheimnisvolle Märchenwelt hat sich der Naturpark Schöneberger Südgelände verwandelt. Hier gibt es Feentänze, werden Kostüme gebastelt und es gibt Geschichten (ab vier J.).

Aber Achtung: Die Anfangs- und Schlusszeiten der Angebote sind überall unterschiedlich, ebenso Erwachsenen- und Familieneintrittspreise.

Mehr Informationen unter: www.familiennacht.de