Afrika

Dürre und Hungersnot in Somalia

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Gerlinde Schulte

In Somalia am Horn von Afrika ist es heiß. Sehr heiß. Und es hat lange nicht mehr geregnet. Der Klimawandel wirkt sich besonders auf diese ohnehin sehr trockene Region aus, sagen Wissenschaftler. Nun sind schon zwei Regenzeiten hintereinander ausgefallen. Deshalb haben die Bauern und Viehzüchter ihre Lebensgrundlage verloren.

Zuerst starben die Pflanzen, dann das Vieh und auch den Menschen, die nicht aus den verdorrten Gebieten flüchten, droht der Tod. Reich waren sie nie, doch Besitz zählt jetzt nichts mehr. Sie wollen nur noch ihr Leben retten und das ihrer Kinder. Von Durst und Hunger geplagt, schleppen sie sich oft viele Tage und Nächte lang zu Fuß über staubige Wege in die Nachbarländer Kenia und Äthiopien, um dort in Flüchtlingscamps Wasser und etwas zu essen zu finden. Nicht alle schaffen den beschwerlichen Marsch. Viele sterben auf dem Weg, besonders Kranke, Schwache und Kinder.

Mehr als elf Millionen Menschen sind in Somalia, Kenia und Äthiopien von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren bedroht. Somalia ist am schlimmsten betroffen, für zwei Regionen hat die UN eine Hungersnot ausgerufen. Bald schon könnte das ganze Land betroffen sein, wenn nicht schnell Hilfe kommt, warnt das Kinderhilfswerk Unicef.

Die Flüchtlingscamps sind inzwischen überfüllt. Allein in Dadaab in Kenia campieren notdürftig schon etwa 400 000 Menschen, die meisten davon Frauen und Kinder. Jeden Monat kommen Tausende dazu, meldet das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Sie kommen geschwächt und abgemagert an und brauchen dringend Hilfe: sauberes Wasser, Nahrung, Medizin, Zelte.

Der Osten Afrikas erlebt die zurzeit schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt. Sehr viele Kinder sind in einem schlechten Zustand, meldet Unicef. Um Leben zu retten, muss schneller und viel mehr geholfen werden als bisher, sagt der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Viele Hilfsorganisationen rufen deshalb nun zu Spenden für Ostafrika auf.

In Dadaab lebten auch vor der Dürre schon viele somalische Flüchtlinge. Weil es in ihrem Land seit vielen Jahren Bürgerkrieg gibt, und Rebellen-Gruppen keine Hilfsorganisationen ins Land ließen, wurde das Überleben dort immer schwieriger. Die Helfer konnten den Bauern zum Beispiel kein Saatgut oder Essen bringen und auch keine Brunnen mit ihnen bauen. Deshalb leben viele Familien schon seit 20 Jahren in dem inzwischen größten Flüchtlingslager der Welt in Kenia. Eine Zukunft haben sie dort nicht: Sie dürfen das Lager nicht verlassen und auch nicht arbeiten. Die Angestellten in den Lagern können den Ansturm der Menschen und deren Versorgung kaum mehr bewältigen. Zurück wollen die Somalier trotzdem nicht. Die Dürre gab ihrem zerstörten Land den Rest und selbst die Rebellen geben zu, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht.