Ratgeber

Basteln an einer guten Bewerbung

Hunderte von Bewerbungen auf eine Stellenanzeige sind heute nichts Ungewöhnliches. Unzählige Bewerbungsmappen stapeln sich auf den Tischen der Personaler. "Der erste Eindruck zählt", sagt Diplom-Psychologin Erika Lachauer.

"Denn noch hat der Arbeitgeber keine Möglichkeiten, sich von den Fähigkeiten der Bewerber zu überzeugen." So macht er sich ein Bild, mit dem was ihm zur Verfügung steht: den Bewerbungsunterlagen.

"Die Bewerbungsmappe ist wie eine Visitenkarte", betont Sabine Schwass vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Sie ist eine Kennerin des Metiers, sie gibt Trainings und oft auf der Jobmessen, um den Bewerbungsmappencheck durchzuführen. Sie prüft, ob die Unterlagen vollständig sind, also Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse enthalten, und ob die Mappen eine einheitliche und individuelle Note haben. Auch auf dem "Marktplatz Bildung" besteht die Möglichkeit, die Bewerbungsunterlagen zu verbessern. So nimmt Expertin Barbara Thiele die "Online Bewerbung" unter die Lupe.

"Wichtig ist", sagt Sabine Schwass, "dass die Bewerbung konkret auf die Stelle zugeschnitten ist." Denn je individueller die Unterlagen sind, desto besser lässt sich vermitteln, dass der Bewerber nicht nur an einer, sondern an dieser bestimmten Stelle interessiert ist. Bei der Erstellung der Mappe dürfe man ruhig auch kreativ sein, aber mit Vorsicht: ",Denn an Kreativität scheiden sich die Geister", sagt sie.

Karriereberaterin Svenja Hofert empfiehlt, sich auf eine inhaltliche Kreativität zu beschränken. "Die Kreativität sollte im Wort liegen, sprich man sollte mit Sätzen einsteigen, die nicht jeder Zweite verwendet." Doch auch hier sei Vorsicht geboten - denn ein gekünstelt witziges Anschreiben ist nicht das, womit Personaler sich gerne reizen lassen. "Kreativität kommt nur so lange gut an, wie sie benutzerfreundlich bleibt", betont Hofert. Deswegen soll man sich vor dem Versenden einer Bewerbungsmappe immer noch einmal ein externes Feedback holen. Zu jeder gut gemachten Bewerbungsmappe gehört ein professionelles Bewerbungsfoto, für das man ein Fotostudio aufsuchen sollte. Dabei komme es auf die Branche an, sagt Schwass. "Wenn ich mich als Küchenhilfe bewerben möchte, muss ich keine 100 Euro für ein Bewerbungsfoto ausgeben." Wenn man jedoch als Bankangestellte arbeiten will, muss das Foto die vorgeschriebenen Standards erfüllen.

Die Berliner Fotografin Monique Hertel sagt: "Heutzutage werden gerne Querformate genommen, bei denen der Kopf ein wenig angeschnitten ist", informiert sie. Wer sich zum Beispiel als Hostess oder Stewardess bewerben will, der braucht ein Ganzkörperbild - das erwarten die Arbeitgeber. Für andere Branchen können die Fotos schon mal ein wenig ungewöhnlicher sein.

In der Werbebranche werde selbstverständlich Kreativität erwartet, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert. "Da kann das Bewerbungsfoto ruhig eine gewisse Coolness ausstrahlen." Das Ziel sollte immer sein, auf sich aufmerksam machen, so dass der Personalchef die Bewerbungsmappe nach dem ersten Eindruck beim Aussortieren auf den richtigen Haufen legt.