Medizin und Gesundheit

Chefärzte verdienen sehr unterschiedlich

Krankenhausmanager werden schlecht bezahlt. Sie verdienen gerade mal rund halb so viel wie in vergleichbaren Positionen in einem Wirtschaftsunternehmen. "Das macht einen Wechsel attraktiv.

Deshalb müssen Krankenhausleitungen intelligente Vergütungssysteme entwickeln, um Talente zu gewinnen und zu binden", sagt Christian Näser, Geschäftsführer bei der Managementberatung Kienbaum, die jüngst die Vergütungsstudie "Führungs- und Fachkräfte in Krankenhäusern" vorgelegt hat.

Während Geschäftsführer in einem Unternehmer im Schnitt 280 000 Euro verdienten, brächten es Top-Manager eines Krankenhauses gerade mal auf 142 000 Euro. Ein Leiter Einkauf/Logistik erhalte 60 000 Euro, in der Wirtschaft werde für die vergleichbare Position das Doppelte gezahlt. Vor allem bei den Chefärzten haben die Experten beträchtliche Gehaltsunterschiede festgestellt. Ihre Jahresgesamteinkommen streuen zwischen 80 000 Euro und mehr als einer halben Million Euro. Bei Oberärzten lagen die Jahresgehälter zwischen 60 000 und 200 000 Euro. Jeder zweite Geschäftsführer erhalte zwischen 100 000 und 175 000 Euro, knapp zwei Drittel der Verwaltungschefs erhalte zwischen 70 000 und 125 000 Euro.

Wenig Zusatzvergütungen

Während in Wirtschaftsunternehmen den Top-Managern immer häufiger leistungsabhängige Zusatzvergütungen gezahlt werden, spielen diese Gehaltsbestandteile an Krankenhäusern noch eine untergeordnete Rolle. Nur zwei Drittel der Krankenhaus-Geschäftsführer werden auch variabel entlohnt, während es bei den Top-Managern 90 Prozent sind. Dafür hat der Chefarzt die Möglichkeit, bestimmte Leistungen gesondert abzurechnen (Liquidationsrecht). 57 Prozent von ihnen erhalten diesen variablen Vergütungsbestandteil, bei den Oberärzten sind es 62 Prozent und bei den Fachärzten 44 Prozent. Darüber hinaus können die Chefärzte Einkünfte aus Nebentätigkeiten erzielen, etwa in der ambulanten Behandlung und Beratung. Laut Kienbaum haben 80 Prozent der Chefärzte die Erlaubnis, nebenberuflich zu arbeiten und erzielen mit dieser Tätigkeit im Schnitt zusätzlich 66 000 Euro jährlich. Künftig, da sind sich die Experten einig, müssten Krankenhäuser angesichts der eher unattraktiven Arbeitsbedingungen und Gehälter noch sehr viel stärker um gutes Personal buhlen als heute. So wie eine tschechische Privatklinik, die mit Gratis-Brustvergrößerungen und Bauchstraffungen neue Mitarbeiter zu ködern versucht.