Fotografen

Spezialisten für Bilder und Marketing

Fotografen sehen die Welt mit den Augen des Künstlers, müssen aber gleichzeitig auch Kameras und Computerprogramme beherrschen, also Handwerker sein. Entsprechend breit ist auch ihre Ausbildung angelegt.

Im Normalfall lernen künftige Fotografen ihren Beruf mithilfe einer dualen Berufsausbildung, bei der sich praktisches Lernen im Ausbildungsbetrieb und Unterrichtsphasen an der Berufsschule abwechseln. Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK). Danach kann man sich - auch ohne Meisterprüfung - selbstständig machen. Allerdings empfiehlt es sich, wie in den meisten anderen Berufen, vor der Existenzgründung einige Jahre als Berufsfotograf oder Assistent zu arbeiten und im Idealfall einige Auslandserfahrungen zu sammeln.

Studium neben dem Beruf

Alternativ zu dieser Erstausbildung bieten private Bildungseinrichtungen Lehr- und Studiengänge an, die auch für Praktiker und Quereinsteiger geeignet sind. Im November vergangenen Jahres startete in Berlin beim Internationalen Verein für die Aus- und Weiterbildung von Fotografen - Focon International e.V. - zum Beispiel eine zweijährige, rein schulische Fotografenausbildung ( www.focon-international.eu ). Das Besondere: Sie findet ausschließlich in den Abendstunden bzw. am Wochenende statt und ist daher problemlos neben dem Beruf zu absolvieren.

Heide Schumann, Geschäftsführerin des von Focon betriebenen Zentrums für fotografische Ausbildung, macht auf weitere Besonderheiten des Angebots aufmerksam: "Wir haben im Unterschied zu vielen anderen Schulen keine Altersbegrenzung, so dass bei uns auch der 40-jährige Praktiker, der einen Abschluss nachholen möchte, willkommen ist." Und: Nach zweijähriger Ausbildung und bestandener Zwischenprüfung ist die Zulassung zur Gesellenprüfung vor der HWK garantiert, ein Umstand, der bei schulischen Ausbildungen nicht die Regel ist. Lediglich zwölf Teilnehmer werden pro Jahr aufgenommen. Besonders talentierte Fotografen sollen so gefördert werden, dass sie anschließend für die eigene Selbstständigkeit gewappnet sind. Daher spielen auch Themen wie Akquise, Marketing und Abrechnung eine Rolle. Handwerkskammer und Berliner Senat konnten von der Schlüssigkeit des Konzepts überzeugt werden und haben das Projekt als Piloteinrichtung genehmigt. Es will eine gute theoretische Ausbildung mit soliden praktischen Fähigkeiten kombinieren. Damit, so Heide Schumann, biete man einen Mittelweg zwischen der eher handwerklich dominierten dualen und der theorielastigen Hochschulausbildung an. Die Kosten betragen circa 700 Euro pro Monat.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die "Photoacademy Urbschat", die ebenfalls in Berlin ansässig ist ( www.photoacademy.de ). Wie Jana Ketzel von der Akademie betont, führt die dreijährige Ausbildung "Photoartist" sowohl zur IHK-Prüfung als "Mediengestalter für digitale und Printmedien" als auch zur Gesellenprüfung im Fotografenhandwerk. Dozenten aus der Praxis vermitteln den Teilnehmern das notwendige Rüstzeug. Das Schulgeld von monatlich 550 Euro kann durch Bafög finanziert werden, wenn die individuellen Voraussetzungen gegeben sind.

Theorie und Praxis im Wechsel

Eine andere Adresse für künftige Fotografen ist das Berufskolleg der Privatschule für Foto-Design in Pforzheim ( www.foto-design-schule.de ). Hier können Interessenten auch ohne fachliche Vorbildung alles lernen, was vor allem für eine Tätigkeit als Werbefotograf prädestiniert. "Unser Studiengang Fotodesign ist im Kern auf die Fachpraxis abgestimmt", ist von Geschäftsführer Christoph Eberbach zu erfahren. "Ziel ist es, dass umfassende theoretische Kenntnisse in sachspezifischen Zusammenhängen auch praktisch erfahren werden. Das Lehrprogramm ist mit einem Modulsystem vergleichbar und so gruppiert, dass Theorie und Praxis im Wesentlichen kooperieren sollen."

Die vier Semester dauernde Ausbildung findet tagsüber im Wechsel von Unterricht und praktischen Phasen statt. Gewollt ist eine in die Tiefe gehende Spezialistenausbildung, weshalb Fächer wie Layoutzeichnen, Typografie, Drucktechnik und Wirtschaftskunde in das Programm integriert sind. Die monatlichen Gebühren betragen 390 Euro.

Eine akademische Ausbildung ist an der Fachhochschule Dortmund ( www.fh-dortmund.de ), der Folkwang-Hochschule Essen ( www.folkwang-hochschule.de ) und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ( www.hgb-leipzig.de ) möglich.