Bester Ausbildungsbetrieb

Kreative Aussichten am Hackeschen Markt

Das Ambiente ist hell und übersichtlich, auf den weißen Tischen liegen Fotoalben aus und an den Wänden hängen ein paar Großformate. So sieht es im Empfangsraum der Hoffotografen aus, den zweitplatzierten des Wettbewerbs "Bester Ausbildungsbetrieb Berlins" 2008.

In der Agentur gleich am Hackeschen Markt in Mitte ist immer etwas los. Sie seien ständig ausgebucht, erzählt Inhaberin Christine Blohmann, nur über Mundpropaganda. Und trotzdem bleibt Zeit, Nachwuchs auszubilden. Ein zwölfköpfiges Team arbeitet in der Agentur - die bei momentan fünf Auszubildenden in puncto Ausbildungsquote schon einmal besonders gut da steht. Selten geht hier das Licht aus: Um das große Studio oder die beste Kamera zur Verfügung zu haben, müssen die Azubis zeitlich flexibel sein. "Besonders sonntags geben sich hier die Azubis die Klinke in die Hand, weil die festen Mitarbeiter dann doch auch mal Pause machen", erzählt Blohmann. Aber auch unter der Woche kommen die Auszubildenden nicht zu kurz. Sie haben eine eigene Profi-Kamera, mit der sie nach Herzenslust üben können und die sie sogar mit nach Hause nehmen können - wegen des hohen Sachwertes keine Selbstverständlichkeit.

Die Hoffotografen vereinbaren für jeden Azubi Patenschaften innerhalb des Teams, so dass jedem Nachwuchsfotograf ein persönlicher Mentor unter den Profis zugeordnet ist, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.

Normalerweise klappt es bei den Hoffotografen, die Azubis nach der Ausbildung zu übernehmen. Im kreativen Milieu ist die Fluktuation des Personals grundsätzlich viel höher als in anderen Wirtschaftsbereichen und so werden immer wieder Stellen frei.

Wer bei den Hoffotografen als Azubi anfängt, ist handwerklich in der Regel im fortgeschrittenen Stadium. Das heißt allerdings nicht, dass nur Beinahe-Profis eine Chance bekommen. "Es gibt Fotografenschulen, da wird man ohne ein Perfekte Mappe gar nicht erst zum Gespräch eingeladen", weiß Blohmann. "Wir wollen unseren Azubis aber auch noch etwas beibringen, das ist ja viel spannender. Ein fotografischer Blick, Talent eben, muss natürlich erkennbar sein, das kann man nicht lernen. Perfektion erwarten wir von den Bewerbern aber nicht." Höchstens vielleicht nach der Ausbildung.