Finanzierung

Hausbauer sollten sich Niedrigzinsen sichern

Die anhaltende Niedrigzinsphase in Deutschland wirkt sich weiterhin positiv auf die Konditionen bei Immobilienfinanzierungen aus.

Hausbauer profitieren dabei mittelbar von der derzeitigen Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die durchschnittliche Standardrate für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihung sowie einer zehnjährigen Sollzinsbindung sinkt kontinuierlich weiter. So verringert sich die Standardrate zum Vormonat um weitere 15 Euro und fällt auf einen neuen Tiefstand von 446 Euro. Innerhalb eines Jahres reduzierte sie sich damit um 139 Euro.

Demgegenüber steigt der durchschnittliche Tilgungssatz minimal auf 2,73 Prozent. Zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Erhöhung um 0,34 Prozentpunkte.

Die durchschnittliche Darlehenshöhe durchbricht den Stillstand der letzten drei Monate und stieg im März über den bisherigen Rekordwert von 172.000 Euro auf 178.000 Euro und legte damit im Vergleich zum Vorjahrzeitraum um 17.000 Euro zu.

Die durchschnittliche Sollzinsbindung steigt seit Monaten langsam aber stetig an. Mit 13 Jahren und zehn Monaten liegt sie mittlerweile fast zweieinhalb Jahre über dem Niveau des Vorjahres. Kunden von Baufinanzierungen sichern sich offenbar das historisch niedrige Zinsniveau zunehmend langfristiger, um Zinsänderungsrisiken nach Auslauf der Zinsbindung zu reduzieren.

Berater empfehlen Kunden dringend eine möglichst lange Zinsbindung. Und auch Versicherungen haben kein Problem damit, Immobiliendarlehen mit Zinsbindung von 20, 30 oder noch mehr Jahren anzubieten, da sie sich anders refinanzieren als Banken. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank lag im ersten Quartal 2015 der Anteil der Baufinanzierungen, die mit Zinsbindungen von mehr als zehn Jahren abgeschlossen wurden, erstmals über dem Anteil mit Zinsbindungen bis maximal zehn Jahre.