Sicherheit

Weg mit den Barrieren

Was Mieter vor einem Umbau wissen sollten

In Deutschland regelt die DIN 18040-2, wann ein Haus oder eine Wohnung barrierefrei ist. Verbindlich gilt sie nur für Neubauten. Private Bauherren und Mieter müssen sie nicht einhalten.

Dementsprechend erfüllen viele Wohnungen in Deutschland die Bedingungen der DIN-Norm nicht: Nach einer Studie im Auftrag des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung gibt es rund 1,4 Millionen weitgehend barrierefreie Wohneinheiten. Der geschätzte Bedarf für ältere Menschen mit Einschränkungen in der Mobilität liegt aber laut des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) bei rund 2,5 Millionen. Die Lösung könnten Umbauten sein. Doch wer zur Miete lebt, muss einige rechtliche Aspekte beachten, bevor er Veränderungen in Angriff nimmt.

Vermieter muss zustimmen

„Den altersgerechten Umbau der Wohnung muss der Mieter selbst bezahlen“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Die KfW-Bank bietet dafür Zuschüsse und günstige Kredite an. Der Mieter könne die Wohnung aber nur umbauen, wenn er vorher die Zustimmung des Vermieters eingeholt hat.

„Pflegebedürftige Mieter haben ein Recht auf einen barrierefreien Umbau – aber der Vermieter kann auf sein Recht auf Rückbau beim Auszug bestehen“, sagt Heike Nordmann vom KDA. Der Mieter muss also beim Auszug den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Mieter und Vermieter vor dem Umbau eine sogenannte Modernisierungsvereinbarung schließen. Darin können vorab alle Fragen geklärt werden, sagt Ulrich Ropertz.

Das Thema Barrierefreiheit regelt Paragraf 554a des Bürgerlichen Gesetzbuchs. „Hat der Mieter nach dem Gesetz Anspruch auf Zustimmung zu einem barrierefreien Umbau und der Vermieter erteilt die Erlaubnis nicht, muss der Mieter klagen, wenn er seinen Anspruch durchsetzen will“, erklärt der Experte vom Mieterbund.

Doch nicht immer müsse für mehr Sicherheit alles umgebaut werden. „Manchmal reichen kleinere Maßnahmen aus, wie zusätzliche Haltegriffe im Bad, ein Toilettenaufsatz oder eine Notrufeinrichtung“, sagt Ropertz. Hierbei wenigstens ist keine Zustimmung des Vermieters notwendig.