Altersvorsorge

Für Wohn-Riester fallen im Alter Steuern an

Wohn-Riester ist beliebt: 2014 wuchs der Bestand nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen um 223.000 Verträge auf 1,4 Millionen.

Gedacht ist die Eigenheimrente als Ergänzung zur Altersvorsorge. Sie kommt für Menschen infrage, die eine Immobilie bauen, kaufen oder entschulden wollen. Förderberechtigt sind etwa rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Berufssoldaten. Sie müssen das Haus oder die Wohnung aber selbst bewohnen.

Vorteil: Durch die staatlichen Zulagen und oft zusätzliche Steuervorteile können Immobilienkäufer ihren Kredit schneller tilgen und damit Zinsen sparen, sagt Jörg Sahr von der Zeitschrift „Finanztest“. Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rechnet vor: „Wer bei einer Rate von 800 Euro insgesamt 30 Monate früher fertig ist, kann damit 24.000 Euro sparen.“ Sozialversicherungspflichtige Geringverdiener und Familien mit vielen Kindern profitieren besonders von den staatlichen Zulagen.

Der Haken: Der Betrag auf dem Wohnförderkonto unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine sieht darin ein Risiko. „Bei Wohn-Riester werden fiktive Erträge besteuert. Es erfolgt also keine Auszahlung wie bei einem normalen Riestervertrag, von dem die Steuerbelastung bezahlt werden kann.“ Spätestens wenn das Konto mit 68 Jahren aufgelöst wird, muss der Betrag versteuert werden. „Entweder sofort mit einem 30-prozentigen Rabatt oder durch Verteilung der Steuerschuld auf die Jahre bis zum 85. Lebensjahr“, sagt Scherfling. Die nachgelagerte Versteuerung kann also bedeuten, im Alter einiges zahlen zu müssen. Sahr sagt dennoch: „In der Regel sind die Vorteile aus der Förderung während der Immobilienfinanzierung deutlich höher als die Steuern, die man im Rentenalter auf das Wohnförderkonto zahlen muss.“