Interview

„Kunst macht Räume einzigartig“

Wie Objekte Akzente in der Wohnung setzen, erklärt ein Inneneinrichter

Pawel Ostrowski ist künstlerischer Leiter beim Berliner Inneneinrichter Herrendorf und arbeitet mit der Manufaktur Dupont zusammen. Mit ihm sprach Roland Mischke.

Berliner Morgenpost:

Welche Wirkung entfalten dekorative kunsthandwerkliche Stücke bei der Ausgestaltung von Wohnräumen?

Pawel Ostrowski:

Sie machen diese individuell und damit einzigartig. Sie unterstreichen die Einmaligkeit von bestimmten Lebensräumen.

Sie arbeiten für das älteste Berliner Inneneinrichtungshaus: Herrendorf an der Lietzenburger Straße. Ende 2014 waren die Schaufenster mit Werken von Klaus Dupont geschmückt. Welche Kunden interessierten sich dafür?

Die Resonanz war enorm, der Zuspruch überwältigend. Es gab kaum jemanden, der nicht staunend und bewundernd vor unseren Fenstern stehen blieb, um später bei einer Tasse Kaffee die Objekte näher zu betrachten und ihre Magie zu erfahren.

Was sind die beliebtesten Motive?

Das ist ganz individuell. Jeder kann beim Schauen und Suchen das für sich passende Stück finden. Bei den meisten läuft es auf eine Entdeckung hinaus.

Sie sind künstlerischer Leiter bei Herrendorf. Wofür genau sind Sie als solcher zuständig?

Mein Team und ich genießen ein großes Privileg: Wir dürfen mit und für unsere Kunden deren Lebensräume gestalten oder das Vorhandene neu inszenieren. Wir unterstützen sie mit Vorschlägen, begleiten sie als Berater und helfen ihnen bei der Realisierung und Umsetzung von Ideen. Und das unerheblich von der Höhe des Budgets. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht bei uns im Mittelpunkt, das ist unsere Philosophie.

Warum sind die kleinen Herrlichkeiten aus der Manufaktur Dupont eigentlich gerade bei Asiaten und Leuten aus dem angelsächsischen Bereich so beliebt?

Die Beliebtheit geht weit über Kunden aus diesen Bereichen hinaus. Diese Stücke sind etwas Besonderes, sie haben Stil, setzen farbliche Akzente, mixen das Ambiente und sind ausgefallen.

Wo sollte man sie denn in Wohnräumen platzieren?

Das ist Geschmackssache. Hauptsache, sie werden entsprechend in Szene gesetzt, denn es sind wertvolle Dinge.

Jedes Dupont-Objekt ist ein kurioses, mitunter absurdes Kabinettstück, aus der Intuition entwickelt. Sind sich die Käufer dessen bewusst?

Durchaus, glaube ich. Als die Stücke in unserem Geschäft ausgestellt waren, erkundigten sich Kunden nach der Geschichte von Klaus Dupont und nach den Geschichten hinter den Objekten. Woher das Material kommt, wie die Idee entstand.

Findet solche Kleinkunst auch anderswo in der Welt Hersteller und Nachahmer?

Bestimmt, aber die Kunst von Klaus Dupont halte ich für einmalig. Ich bin sicher, dass die Liebe und Hingabe, mit der er sich jedem einzelnen Stück widmet, nicht kopiert werden kann.