Befragung

Sehnsucht nach dem Eigenheim

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Nach einer „Wohntraumstudie“ würde fast jeder dritte Berliner gern ein Haus am See haben. Die Bauherren legen Wert auf Energieeffizienz

Wie sieht das Traumhaus der Deutschen aus? Diese immer wieder spannende Frage hat jetzt die aktuelle „Wohntraumstudie“ der Interhyp-Gruppe unter die Lupe genommen. Die Gruppe gilt als größter Vermittler für private Baufinanzierungen in Deutschland.

Für die Studie hat Interhyp rund 2000 Personen repräsentativ befragen lassen – mit interessanten Ergebnissen. So ist zunächst für 97 Prozent der Deutschen ein attraktives Zuhause nach guter Gesundheit das zweitwichtigste Gut im Leben. Erfolg im Beruf oder ein großer Freundeskreis folgen erst danach. Dass sich ihr persönlicher Wohntraum am besten im Eigenheim verwirklichen lässt, glauben 80 Prozent der Befragten. So wünschen sich knapp ein Drittel der Bundesbürger ein Einfamilienhaus in ruhiger Lage, das über eine durchschnittliche Wohnfläche von 134 Quadratmetern sowie eine moderne Einbauküche und Garten verfügt.

Für je etwa 20 Prozent steht das Traumhaus dabei in einer ruhigen Wohnsiedlung am Stadtrand, an einem See oder gleich am Meer. Für 74 Prozent ist dabei wichtig, dass das Haus energiesparend isoliert ist. „Die Wohntraumstudie zeigt, dass die Deutschen bei ihren Immobilienträumen solide und realistisch sind“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp-Gruppe. „Insgesamt überwiegen beim Traumhaus immaterielle Aspekte wie der Wunsch nach Behaglichkeit und Wohngefühl.“ So beschreiben 62 Prozent das Haus ihrer Träume als praktisch, knapp zwei Drittel als hell, fast die Hälfte als ordentlich oder bodenständig und 41 Prozent als solide. Verspielte Extravaganzen wünschen sich lediglich elf Prozent, Luxus-Aspekte spielen nur für neun Prozent eine Rolle.

Speziell untersucht hat die Studie aber auch das Wohn- und Lebensgefühl der Menschen in den Metropolen des Landes. So verfügt eine Berliner Wohnung im Schnitt über 2,9 Zimmer. Zwölf Prozent sind barrierefrei ausgestattet und vier Prozent verfügen über einen Kamin. „Was die Lage anbelangt, ist in Berlin am auffälligsten, dass sich 29 Prozent ein Haus am See wünschen“, sagt Martin Wodnitzki, Niederlassungsleiter von Interhyp in Berlin. „Deutschlandweit sind das nur 20 Prozent. Das ist der höchste Wert unter den am meisten geschätzten Wohnlagen. Für das hippe Szeneviertel in der Stadt oder eine Wohnlage in moderner Stadtbebauung haben erstaunlicherweise nur vier bzw. elf Prozent der Berliner etwas übrig.“

Auch hier lägen die Berliner auf einer Linie mit den anderen deutschen Großstädtern, die dies auch nur zu drei und acht Prozent wertschätzten. Zwölf Prozent der Berliner können sich aber auch gut ein Leben in einer idyllischen Altstadt vorstellen, in ein kleines Dorf wollen hingegen nur drei von Hundert Hauptstädtern. Viel wichtiger ist ihnen dagegen die Ausstattung ihrer Wohnung: Fast 80 Prozent wünschen sich eine moderne Einbauküche sowie ein energieeffizientes, gut isoliertes Wohnhaus. Jeweils 74 Prozent würden einen Garten sowie eine eigene Toilette für Gäste gut heißen.

Für mehr als zwei Drittel sind (Dach-) Terrassen, Balkone und Fußbodenheizung erstrebenswert. Etwa die Hälfte würde sich eine Solaranlage auf dem Dach zur Wärme- und Stromerzeugung wünschen. Praktisch und hell soll sie für fast 60 Prozent der Berliner sein. 40 Prozent träumen von einer großzügigen Wohnung, für ein Drittel soll sie modern oder stilvoll sein. Ein Viertel will in einer originellen Wohnung leben. Dass viele Berliner noch am Träumen sind, zeigt die geringe Zahl derer, die bereits jetzt in ihrer Traumimmobilie wohnen: Während im Durchschnitt aller deutschen Metropolen 22 Prozent das von sich sagen, können das in Berlin nur acht Prozent von sich behaupten.

( tvh )