Verbraucher

Wenn gepackt werden muss

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Chan Sidki-Lundius

Ein Umzug mit Transporteur ist die teure Variante, aber die sichere

Jedes Jahr ziehen fast neun Millionen Bundesbürger um – 14 Prozent der gesamten Bevölkerung. Jeder zweite von ihnen ist zwischen 20 und 39 Jahre alt. Eine Studie der Umzug AG, einem Marktanalyse-Unternehmen, das sich auf das Konsumverhalten umziehender Privatpersonen spezialisiert hat, ermittelte auch die häufigsten Gründe für den Ortswechsel: 47 Prozent streben eine Optimierung ihrer Wohnverhältnisse an, 16 Prozent ziehen mit einem Partner zusammen, und 15 Prozent nennen eine berufliche Neuorientierung als Umzugsgrund. 36 Prozent aller Befragten wollen einen Profi mit dem Umzug beauftragen. Doch wie viel soll die Firma übernehmen, und wer haftet bei Schäden?

Zunächst muss man sich entscheiden, ob man einen Komplettumzug oder einen Standardumzug buchen möchte oder ob man mit einer Beiladung auskommt. Bei einem Komplettumzug übernimmt die Umzugsfirma alle Arbeiten: vom Einpacken der Kartons und Demontieren der Möbel über den Transport bis hin zum Auspacken, Aufbauen und Einrichten. Bei Bedarf kümmert sich das Unternehmen auch um eine Halteverbotszone am Aus- und Einzugsort.

Bei einem Standardumzug packt der Kunde die Umzugskartons ein und aus, auch die Möbel baut er selbst ab und wieder auf. Verladen werden die Kisten und Möbel von der Umzugsfirma. „Das senkt natürlich die Kosten“, sagt Fabian Möller von Transport Krumpf. Die noch günstigere Lösung ist die Beiladung. Dabei werden Einzelteile quasi als „Anhalter“ in einem bereits gebuchten Umzugswagen transportiert, in dem noch Platz ist.

Haftung pro Kubikmeter

Das Gute an einer Umzugsfirma – außer der Arbeit, die einem abgenommen wird – ist, dass sie eine Versicherung hat. Die gilt sowohl für Schäden am Umzugsgut, als auch für Schäden, die zum Beispiel im Treppenhaus entstehen. Nach §451e des Handelsgesetzbuchs beträgt die grundsätzliche Versicherung und Grundhaftung durch das Umzugsunternehmen 620 Euro pro Kubikmeter Umzugsgut. Die Firma kann allerdings nur für Schäden belangt werden, die zu 100 Prozent von ihren Mitarbeitern verursacht wurden. Wenn etwa bei einem Teilumzug die Kartons selbst gepackt werden und in den Kisten geht während des Transports etwas zu Bruch, haftet die Firma nicht. Bei einem Komfortumzug ist die Lage klar: Da die Mitarbeiter der Spedition die Umzugskartons selbst packen, Möbel demontieren und transportieren, kann man das Umzugsunternehmen für defekte Besitztümer in den Kartons, für Schäden an den Möbeln und auch im Treppenhaus oder im Fahrstuhl haftbar machen.

Um ein Anrecht auf Schadenersatz zu haben, müssen Möbel und Kisten sofort nach dem Ausladen aus dem Umzugswagen auf etwaige defekte Stellen kontrolliert werden. 14 Tage hat man dann Zeit, Schäden wie Kratzer auf dem Parkett zu melden.

Kunden sollten sich vor Dumpingangeboten hüten. „Wird ein dreistündiger Umzug mit drei Mann inklusive Auto für 150 Euro angeboten, kann es sich um keine qualitativ hochwertige Leistung handeln“, warnt André Badouin, Sprecher des Bundesverbands Möbelspedition und Logistik.

Besichtigung vereinbaren

Das Portal umzug-und-umziehen.de setzt für den innerstädtischen Umzug einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit einem Transportunternehmen etwa 1750 Euro an. Für ein präzises Angebot sollte man einen Besichtigungstermin inklusive der Boden- und Kellerräume vereinbaren. Nur so können sich Umzugsfirmen ein realistisches Bild vom Aufwand machen und die Anzahl der Helfer und Umzugskartons sowie die Größe des Umzugswagens bestimmen. Wenn es um das konkrete Umzugsangebot geht, ist es ratsam, einen Festpreis auszuhandeln, um hinterher keine böse Überraschung zu erleben.