Haustechnik

Solarenergie senkt die Betriebskosten

Die Wartung der Anlage muss bezahlt werden, Strom ist für Mieter umsonst

Diplom-Ingenieur Martin Strewinski leitet das Berliner Büro von BuroHappold Engineering. Mit ihm sprach Roland Mischke.

Berliner Morgenpost:

„Holistic Living“ will Wohnen durch intelligente Haustechnik fördern. Ist das die Zukunft des Bauens?

Martin Strewinski:

Der Einsatz intelligenter Haustechnik-Systeme, auf Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt, kann das Wohlbefinden im Haus steigern und den Energieverbrauch minimieren. In welchem Ausmaß, das hängt davon ab, wie intensiv ein Nutzer bereit ist, sich mit dieser Technik auseinanderzusetzen.

Plusenergiehaus bedeutet, dass mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. Wie wird das ermittelt?

Die Photovoltaikanlagen erzeugen über das gesamte Jahr circa 15 bis 25 Prozent mehr elektrische Energie, als für die Wohnnutzung gebraucht wird. Der Strom wird in Abhängigkeit von Wetter und Nutzung im Mittel zu 30 Prozent direkt im Gebäude verbraucht und über eine Solarblockbatterie im Haus gespeichert.

Ist garantiert, dass das Haus mit ausreichend Energie versorgt ist?

Da das Gebäude an das Stromnetz des Versorgungsunternehmens angebunden ist, steht immer ausreichend Elektroenergie zur Verfügung, um Lastspitzen abzudecken. Nach sorgfältiger Einregulierung der Systeme, intensiver Einweisung der Nutzer und angemessener Wartung sind keine Probleme zu erwarten.

Gleichzeitig sind Kühlschrank, Geschirrspüler, Waschmaschine und Lampen eingeschaltet, überdies wird auch noch zeitgleich das E-Auto betankt, und Wasser läuft in die Badewanne ein – geht das?

Ja. Durch die Solarblockbatterie und den Anschluss an das Stromnetz ist gewährleistet, dass ausreichend Energie da ist.

Stimmt es, dass der von Mietern genutzte Strom aus der Solaranlage kostenfrei ist?

Kosten fallen für Wartung und Instandhaltung der Photovoltaikanlage an. Aber die Betriebskosten liegen weit unter denen von Standard-Wohngebäuden.

Für die Gebäudeautomatisierung wird ein sogenanntes „Bus-System“ eingesetzt. Wie funktioniert es?

Alle wesentlichen haustechnischen Komponenten sind über speziell vernetzte Aktoren (Antriebselemente, die Red.) steuerbar. Zur Steuerung dienen Sensoren, mit denen etwa Helligkeit oder Temperaturen in Räumen abgerufen werden. Dies lässt sich auf alle technischen Komponenten, auch auf Verschattungs- und Sicherheitssysteme anwenden.

Welche Kennwerte der Gebäudeautomatisierung sind auf dem Display im Wohnbereich oder dem Smartphone sichtbar?

Das Interface ist für folgende Informationen abruf- und steuerbar: Stand der Energiegewinnung, Ladezustand der Batterieanlage, Beleuchtungszustände, Einbruchmeldeanlage, Türkommunikation sowie sämtliche von der Wärmepumpe gelieferte Daten wie Energiebilanzen, Temperaturen, Störmeldungen und Auslösung der Rauchmelder.