Technik

Weniger Watt, mehr Leistung

Neues EU-Label für Staubsauger gibt außer dem Energieverbrauch auch Staubaufnahme und Lautstärke an

Es ist ein kleines Etikett mit einer farbigen Skala, das an oder in der Nähe von Staubsaugern im Laden hängen muss. Es gibt Käufern viele Informationen auf einen Blick. Seit September 2014 gibt es das EU-Label für Staubsauger. Das Etikett zeigt außer der Energieeffizienzklasse von A bis G den durchschnittlichen Energieverbrauch an. Dieser ist entsprechend der neuen EU-Ökodesign-Verordnung begrenzt – und das hatte Auswirkungen auf den Markt. „Jetzt muss die sogenannte maximale Nennleistungsaufnahme unter 1600 Watt liegen, ab dem 1. September 2017 mit Beginn der zweiten Stufe sogar unter 900 Watt“, sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Die Produzenten haben die Vorlaufzeit für die Labelpflicht genutzt und neue Geräte entwickelt. „Fast alle Markenhersteller bieten ihre Geräte deutlich unter 1600 Watt an“, sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung. „Viele liegen sogar schon bei 700 bis 1200 Watt .“

Stromfresser sind out

Diese Entwicklung wird der Verbraucher beim Kauf seines nächsten Gerätes merken. Denn bislang galten Staubsauger als besonders gut, wenn sie eine hohe Leistung aufwiesen. „2500 Watt und mehr waren gang und gäbe“, sagt Scholz. Aber für ein gutes Saugergebnis ist nicht allein die Wattzahl ausschlaggebend. „Die Ökodesign-Verordnung hat dazu geführt, dass energieintensive Produkte vom Markt genommen wurden“, sagt Annegret Agricola von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die Hersteller haben alle Komponenten ihrer Staubsauger optimiert: Motor, Ventilator, Saugdüsen, Luftführung und Luftdichtheit, Staubfilter.

Die Verbraucher nähmen das Label gut an, sagt Scholz. „Kein Wunder, schließlich kennen sie ähnliche Aufkleber schon seit 20 Jahren von größeren Hausgeräten.“ Allerdings hat das Staubsauger-Label einiges mehr zu bieten als die herkömmlichen Energielabel. So ist außer der Wattzahl die Staubaufnahme vermerkt. Auch sie umfasst die Klassen A bis G und ist getrennt für Teppiche und Hartböden angegeben. Dazu kommen Angaben in Dezibel über die Lautstärke (s. Grafik).

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Energieeffizienzklassen sind klein. „Beim Kauf eines Geräts mit einer Effizienzklasse höher lassen sich gerade einmal rund 1,60 Euro pro Jahr sparen“, sagt Oberascher. Sie empfiehlt daher, besonders auf eine gute Saugleistung zu achten.