Wohnungsvermittlung

Tipps für Vermieter auf Zeit

Wer verreist und seine Wohnung untervermieten will, braucht die Zustimmung des Eigentümers. Den Zustand der Räume sollte man vorher fotografieren

Abseits allen Streits um zweckentfremdete Berliner Wohnungen, die dauerhaft als Ferienapartments vermietet werden, gibt es auch noch die seriösen Anbieter: Menschen, die einfach nur den eigenen Urlaub gegenfinanzieren wollen, indem sie ihre Wohnung in dieser Zeit untervermieten. Für sie ist die Vermittlung durch Anbieter wie Airbnb ursprünglich gedacht gewesen.

Um solche Portale zu nutzen, müssen sich Gastgeber und Urlauber auf den Seiten registrieren und ein Profil anlegen. Nach ihrem Aufenthalt bewerten die Nutzer die Unterkunft. Gleichzeitig kann aber auch der Gastgeber ein Urteil über das Verhalten seiner Besucher abgeben. Wer Reinfälle vermeiden will, sollte auf gute Bewertungen achten, empfiehlt der Reiserechtsanwalt Axel Willmann.

Gebühr für die Vermittlung

Airbnb, Wimdu oder 9Flats: So heißen die Unternehmen, die weltweit Wohnungen vermitteln. Airbnb wurde 2008 im Silicon Valley gegründet und bietet in mehr als 34.000 Städten und 190 Ländern Unterkünfte an. Das Einstellen der Unterkunft ist kostenlos, das Unternehmen finanziert sich über eine Gebühr, die Gastgeber und Gast bei der Buchung bezahlen müssen. Allein in Deutschland gibt es gut 38.000 Menschen, die dort ihre Wohnungen anbieten, mehr als 15.000 Inserate kommen aus Berlin.

Wimdu ist 2011 in Berlin entstanden. Gäste können aus 300.000 Wohnungen weltweit wählen. Auch hier bieten gleichzeitig Reisende ihre leer stehende Unterkunft an. „Die Ersparnis zu einem vergleichbaren Hotel liegt bei bis zu 50 Prozent“, sagt Sprecherin Rebecca Pendleton. 9flats ist ebenfalls seit gut vier Jahren auf dem Markt.

Generell sind Portale nur Vermittler. Bezahlt wird bei der Buchung, das Geld aber erst 24 Stunden nach dem Einchecken an den Vermieter überwiesen. Kurzfristig einen Rückzieher machen darf keine Seite: „Jede Buchung ist eine vertragliche Vereinbarung, an die sich Gast und Gastgeber halten müssen“, erklärt Pendleton.

Wer seine Wohnung im Internet offerieren will, muss einiges beachten: „Man braucht die Erlaubnis des Vermieters, um seine Wohnung anzubieten“, sagt Jurist Willmann. Das gelte selbst dann, wenn der Mietvertrag eine Untervermietung erlaubt.

Genehmigung einholen

„Wird die Genehmigung des Vermieters vorher nicht eingeholt, droht nach Abmahnung sogar die Kündigung des Mietvertrags“, sagt Anwalt Axel Willmann. Die Vermietung an Touristen kann außerdem einem Zweckentfremdungsverbot durch Land oder Kommune widersprechen. „Die ungenehmigte Untervermietung kann mit einem empfindlichen Bußgeld belegt werden.“

Bei Schäden und Belästigungen haftet der Hauptmieter. „Lärmende oder betrunkene Gäste können daher zur Abmahnung oder in gravierenden Fällen sogar zur Kündigung des Mietverhältnisses führen“, sagt Willmann. Bei Diebstahl oder einer Beschädigung der Wohnung darf der Vermieter die Kautionen einbehalten.

Am besten dokumentiert man vorher und hinterher mit Fotos den Zustand der Unterkunft. Airbnb gibt eine Garantie, die Schäden von bis zu 700.000 Euro abdecken soll. 9flats und Wimdu bieten Versicherungen, die bis zu 500.000 Euro an Erstattung in Aussicht stellen.