Recht

Denkmalschutz: Makler muss den Käufer aufklären

Wenn die Denkmalschutzbehörde eine Prüfung angekündigt hat, müssen Makler potenzielle Käufer darüber informieren.

Tut ein Makler dies wider besseres Wissen nicht, verletzt er seine Pflichten, befand das Oberlandesgericht Oldenburg (Az.: 4 U 24/14), wie die „Neue juristische Wochenschrift“ (2/2015) berichtet. Damit kann auch sein Anspruch auf die Makler-Provision verloren gehen. Im verhandelten Fall hatte sich ein Käufer beim Makler erkundigt, ob das Gebäude dem Denkmalschutz unterworfen sei. Die Frage beantwortete der Makler wahrheitsgemäß mit Nein.

Allerdings verschwieg er, dass die Behörde bereits einen Ortstermin angekündigt hatte, um das Objekt gegebenenfalls in die Denkmalschutzliste aufzunehmen. Nach dem Kauf wurde das Haus dann tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt. Der Käufer verlangte deshalb vom Makler die Provision zurück. Mit Erfolg: Der Makler hätte den Käufer aufklären müssen, befand das Gericht. Spätestens durch dessen Nachfrage muss dem Makler klar gewesen sein, dass die Denkmalschutzeigenschaft des Hauses für ihn eine wichtige Rolle spielt, argumentierten die Richter.