Steuern

Kosten für Zweitwohnung sind absetzbar

Finanzamt akzeptiert monatliche Aufwendungen von bis zu 1000 Euro

Manchmal lässt er sich einfach nicht vermeiden: ein Umzug für den neuen Job. Bleibt der Rest der Familie aber im alten Zuhause oder will man seine Heimatstadt nicht vollends aufgeben, muss ein zweiter Haushalt eingerichtet werden. Miete, Heizung, Möbel – fortan bezahlt und besitzt man alles in zweifacher Ausfertigung. Doch nicht auf allen Kosten bleibt der Zweitwohnungsinhaber sitzen. Einige der finanziellen Zusatzbelastungen sind steuerlich absetzbar.

Konkret können pro Monat Aufwendungen von maximal 1000 Euro angesetzt werden. Außer der Miete fallen darunter auch die Nebenkosten für Heizung, Strom und Wasser, die Reinigungskosten für die Wohnung und auch der Rundfunkbeitrag. Diese Kosten können steuerlich geltend gemacht werden, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine.

Absetzbar sind darüber hinaus auch eine etwaige Zweitwohnungssteuer sowie die Abschreibung für Einrichtungsgegenstände. Um den Wohnungswechsel zu erleichtern, dürfen außerdem die Umzugskosten und die Fahrtkosten von 30 Cent je Entfernungskilometer für eine Familienheimfahrt pro Woche abgesetzt werden. Hinzu kommen Pauschalen für den Mehraufwand bei der Verpflegung während der ersten drei Monate in der Zweitwohnung.

In Bezug auf die Pauschalen für Verpflegung hat der Bundesfinanzhof (BFH) eine steuerzahlerfreundliche Entscheidung gefällt (Az.: VI R 7/13). Diese Entscheidung betrifft alle Beschäftigten, die aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegziehen, aber die bisherige Wohnung als Zweitwohnung beibehalten, um den Arbeitsplatz weiter bequem zu erreichen. Nach Ansicht des BFH sind auch in diesen Fällen die Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand in den ersten drei Monaten steuerlich zu berücksichtigen.

„In drei Monaten kommt so oft ein zusätzlicher Werbungskostenbetrag von über 1500 Euro zusammen“, rechnet Erich Nöll vom Verband der Lohnsteuerhilfevereine vor. Daher sollten Betroffene unbedingt beantragen, dass die Pauschalen in ihrer Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.