Küchentechnik

Kunst für den Dunst

Schick und stromsparend – das sind die Trends bei Abzugshauben. Sie tragen ab sofort ein deutlich sichtbares Energieeffizienzlabel

Dunstabzugshauben sind in den vergangenen Jahren immer mehr zum Hingucker geworden: Wahre Kunststücke hängen da über dem einen oder anderen Herd. Manche Modelle wirken wie stylische Lampen, andere sehen einem Flachbildschirm ähnlich. Gerade diese schräg angebrachten Modelle sind beliebt, weil sie wenig Raum einnehmen. „Und man kann besser in die Töpfe schauen“, sagt Stefan Kinkel, Geschäftsführer des Einbaugeräte-Spezialisten Neff. „Mehr und mehr im Trend liegen auch Deckenlüftungen“, sagt er. Diese sind kaum auszumachen, es wirkt so, als ob nur Deckenlichter über dem Herd installiert wurden.

An diesem Wochenende zeigt die Branche ihre Modelle auf der Küchenschau Living Kitchen im Rahmen der Internationalen Einrichtungsmesse IMM Cologne. Sie wirken meist wohnlich, nicht mehr wie die typischen Stahlhauben von einst. Bei Constructa kann die neue Inselesse auch mit einem Schirm aus Glas statt aus Edelstahl gewählt werden – was luftig und zugleich edel wirkt.

Die Handelsgesellschaft Refsta hat ein Modell im Programm, das wie ein goldener Lampenschirm aussieht. Das Unternehmen setzt aber auch auf Sonderfunktionen: Der Filter der „plasmaNorm-Modelle“ befreit die Luft nicht nur von Kochdunst, sondern auch von Feinpartikeln und Tabakrauch. Andere Dunstabzüge sind gar nicht erst zu sehen: Nur beim Kochen erscheint Berbels Modell Moveline per Lift. Mieles neue Lüfterbausteine haben nur eine Tiefe von 30 Zentimetern und können daher in Oberschränke eingebaut werden. Und es tut sich derzeit noch mehr: Nach Waschmaschinen, Backöfen und Kühlschränken tragen Dunstanzugshauben für den Haushalt nun auch ein Energieeffizienzlabel der Europäischen Union. Seit dem 1. Januar dürfen neue Geräte nur noch damit verkauft werden.

Sensoren messen Dampf

Zwei neue Dunstabzugshauben für die Serie 8, wie Robert Bosch Hausgeräte sie auf der IMM Cologne vorstellt, schafften es gleich in die Energieeffizienzklasse A. Sensoren messen die Intensität des Dampfs und stellen automatisch die richtige Leistungsstufe des Geräts ein, wodurch sich Energie sparen lässt.

Die 90 Zentimeter breite Variante der Tischlüftung AL 400 von Gaggenau erreicht in Verbindung mit einem bestimmten Gebläsebaustein ebenfalls Energieeffizienzklasse A, das Modell mit 120 Zentimetern sogar A+. Bei Miele sind bereits 22 Hauben in den Klassen A oder A+, erreicht werde der Standard durch effiziente Gleichstromgebläse und LED-Leuchten, meldet der Hersteller. Die anderen Modelle sollen sukzessive nachgerüstet werden.

Derzeit gibt es bei den Dunst-abzugshauben eigentlich die Klassen A bis G, sie werden mit einer von Rot bis Grün reichenden Skala auf dem Label angezeigt. Die Klassen A+ bis F können die Hersteller aber bereits jetzt freiwillig nutzen. Am 1. Januar 2016 werden sie Pflicht. Da der geringere Energieverbrauch nicht zulasten der Funktion gehen soll, werden auch die Beleuchtungseffizienz, die Luftführungseffizienz und der Fettabscheidegrad in Klassen eingeteilt und auf dem Label erwähnt.

Zu finden sind diese Informationen einfach: Händler müssen das Label deutlich sichtbar an der Außenseite des Geräts anbringen, erläutert die Fachgemeinschaft für effiziente Anwendungen (HEA). Auch in der Werbung muss die Energieeffizienzklasse angegeben werden, jedenfalls wenn Preis oder Energieverbrauch genannt sind.

Geringe Energiekosten

„Es ist natürlich ein Marketinginstrument der Händler“, sagt Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Sie können mit gleicher Leistung bei weniger Verbrauch werben. Aber mancher Hersteller fährt die Erwartungen des Verbrauchers an die energieeffizienten Hauben auch runter: Die zu erwartenden Stromkosten seien über das Jahr gesehen nicht hoch. Das Label geht laut Angaben von Miele bei einer Dunstabzugshaube der Klasse A+ und einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde von 9,30 Euro Stromkosten pro Jahr aus, bei einem Gerät der Klasse B von 20,10 Euro – wenn beide Modelle täglich 60 Minuten genutzt werden und das Licht 120 Minuten brennt.

Für Kurzentschlossene: Die IMM Cologne auf dem Messegelände Köln ist noch bis 25. Januar geöffnet. www.imm-cologne.de