Recht

Kein Trauschein – was wird aus der Immobilie?

Immer mehr Paare leben ohne Trauschein in einer gemeinsamen Immobilie. Solange man glücklich unter einem Dach wohnt, gibt es keine Probleme.

Doch was passiert im Falle einer Trennung oder wenn der Lebenspartner plötzlich verstirbt?

Für diesen Fall sollte man vorsorgen, rät die Berliner Notarkammer, sonst gehe der Partner möglicherweise leer aus. Denn er gehört in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nicht zu den gesetzlichen Erben.

Gibt es kein Testament, so erben zuerst die Kinder und jene aus einer vorangegangenen Beziehung. Eventuell sogar der Ehepartner, von dem der Verstorbene schon lange getrennt lebte oder von dem er noch nicht rechtskräftig geschieden war.

War der Verstorbene kinderlos, erben die Eltern, Geschwister und Großeltern des Erblassers oder sogar entfernte Verwandte. Im schlimmsten Fall fällt das Vermögen und somit auch ein Teil der Immobilie an den Staat.

Auch bei einer Trennung kann es zu Problemen kommen, insbesondere da es in diesen Fällen meist zum Verkauf der gemeinsamen Immobilie kommt. Sind beide Partner im Grundbuch eingetragen und kommt es zu keiner Einigung über die Aufteilung des Verkaufserlöses, so wird dieser geteilt. Hat einer der Lebenspartner beim Kauf aber einen höheren Anteil der Kaufsumme finanziert, so hat dieser im Falle einer Trennung keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Der Erlös wird dann zur Hälfte geteilt. Wer dies verhindern will, sollte einen Notar zurate ziehen.

Seine Aufgabe ist es, so zu beraten, dass Ungerechtigkeiten bei einer Trennung vermieden werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, ob ein Partner den Haushalt geführt und Kinder versorgt hat und somit berufliche Nachteile in Kauf nehmen musste. Häufig haben auch die Eltern des einen Partners das Haus mitfinanziert oder günstige Verwandtendarlehen gewährt. Auch für diese Fälle kann eine Regelung gefunden werden.