Gastkolumne

Zeit für einen Dank

André Kilian ist ist Teamleiter bei der Strabag RPS, eines der größten WEG-Verwalter Berlins

Na, vielen Dank! Da übernimmt jemand ehrenamtlich eine Tätigkeit, investiert Arbeit und Zeit und Mühe – und dann wird er auch noch in die Haftung genommen, wenn nicht alles rundläuft: Beiräte, die den Verwalter beraten und unterstützen, können unter Umständen schadenersatzpflichtig sein.

Zunächst bedarf es eines Schadens. Der Eintritt muss kausal mit der Handlung beziehungsweise deren Unterlassen der Verwaltungsmitglieder in Zusammenhang stehen. Nach § 276 Absatz 1 des Bundesgesetzbuches liegt ein Haftungsgrund vor, wenn der Beirat vorsätzlich (also gewollt und bewusst) oder fahrlässig (Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt) gehandelt hat. Dabei haftet jedes Mitglied für sein eigenes Verschulden.

Nun ist es nachvollziehbar, dass bei einem unbezahlten Amt ein weniger strenger Maßstab angesetzt wird als bei einer bezahlte Tätigkeit. Trotz der nicht allzu hohen Maßstäbe sollte jedes Beiratsmitglied berücksichtigen, dass neben seinen eigenen Angelegenheiten vor allem die Interessen seiner Miteigentümer zu wahren sind. Daher gilt hier der aus dem Zivilrecht geltende objektive Sorgfaltsmaßstab. Somit bleiben personenspezifische Fakten außer Betracht, lediglich Vorkenntnisse sowie das Wissen des einzelnen Mitglieds können sich verschärfend oder mildernd auswirken.

Damit sich Freiwillige für diese Funktion finden, gibt es die Möglichkeit der Haftungserleichterung per Beschluss. So werden die Verwaltungsbeiratsmitglieder in ihrer Tätigkeit als Vermittler zwischen Verwalter und Eigentümergemeinschaft unterstützt und abgesichert. Diese Haftungsbefreiung bezieht sich jedoch nur auf fahrlässige Vergehen – Vorsätzlichkeit ist in jedem Fall zu ahnden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Abschlusses einer Haftpflichtversicherung. Die Prämienzahlung liegt bei der Gemeinschaft oder der Verwaltung. Schließlich hat sie Interesse daran, eine gute Zusammenarbeit mit den Beiräten zu führen. Die Gemeinschaft profitiert ebenfalls. Unter Umständen wäre es daher mal Zeit für zwei Worte: Vielen Dank!

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