Recht

Baulärm kann Mietminderung rechtfertigen

Egal, ob Neubau, Abriss, Um- oder Ausbau – Baumaßnahmen in der Nachbarschaft können eine Mietminderung rechtfertigen.

Dabei spielt es nicht unbedingt eine Rolle, ob der Vermieter für diese Beeinträchtigungen verantwortlich ist oder ob er etwas dagegen unternehmen kann. Darauf weist der Deutsche Mieterbund (DMB) hin. Der Vermieter kann auch nicht argumentieren, in Großstädten oder im innerstädtischen Bereich müsse immer mit Baumaßnahmen gerechnet werden. Das Landgericht Berlin entschied, Baulärm aus der Nachbarschaft stellt auch im Innenstadtbereich einen Mangel dar, der zu einer Mietminderung berechtigt.

Eine Mietminderung wegen Lärms ist nach Angaben des Deutschen Mieterbundes nur ausgeschlossen, wenn schon beim Abschluss des Mietvertrages Vorarbeiten für Baumaßnahmen oder Lärmbeeinträchtigungen erkennbar waren. Dagegen spielt es keine Rolle, ob die Wohnung in der Innenstadt oder am Stadtrand liegt. Bei erheblichen Belästigungen und Lärm durch eine benachbarte Großbaustelle kann die Miete zwischen 15 und 35 Prozent gekürzt werden (Az.: 67 S 476/13).

( BM )