Interview

„Weiß sieht immer aufgeräumt aus“

Tapetenmuster und Wandfarben müssen zur Größe der Räume passen

Berliner Morgenpost:

Was machen Farben mit einer Wohnung?

Maria Struck:

Farben zeigen etwas von der Persönlichkeit des Bewohners. Zwar gibt es viele Farben mit ihren unterschiedlichen Tönen, die tatsächlich eine Vielzahl der Menschen bevorzugen. Erdfarben und Pastelltöne wirken beruhigend. Aber darüber hinaus hat jeder individuelle Assoziationen. Wenn diese positiv sind, fühlt man sich wohl, wenn genau diese Farbe sich auch in der eigenen Wohnung wiederfindet. Jedoch muss hierbei berücksichtigt werden, dass es auch Farben gibt, deren positive Assoziation nur von kurzer Dauer ist. Aus diesem Grund werden sie wieder gegen andere Farben ausgetauscht. Grelle, laute Farbtöne wie zum Beispiel Pink fallen in diese Kategorie.

Wonach suchen Sie die Farben für eine Wohnung aus?

Basis dafür sind Gespräche mit dem Kunden, die über seine eigenen Gestaltungsideen und Wünsche hinausgehen. Wenn man den Charakter des Kunden versteht, kann man auch seine Wohnung sehr gut gestalten. Darüber hinaus legen Größe und Schnitt der Wohnung bestimmte Varianten nahe – oder verbieten sie auch. Und zuletzt ist es natürlich eine Frage der Lebensumstände: Wohnt man mit Familie, ist man dauernd im Job und nur abends zu Hause, ist man in der Wohnung meist allein, oder laden sich dauernd Freunde ein? Dementsprechend beruhigend oder anregend sollten die Farben sein.

Was sind das für Gestaltungsmöglichkeiten, die von der Wohnung vorgegeben werden?

Bei kleinen Räumen ist es wichtig, dass man hell bleibt. Generell ist es eine gute Idee, oben am Rand zur Decke einen 20 bis 30 Zentimeter breiten Streifen weiß zu lassen. Dadurch erreicht man, dass der Raum höher wirkt. Wer tapeziert, nimmt in kleinen Räumen auch eine Tapete mit kleinem Muster. In großen Räumen funktionieren auch großflächig gemusterte Tapeten und kräftige Farben. Wer mehrere Farben an verschiedene Wände bringt, muss darauf achten, dass sie nicht gegeneinander „arbeiten“, sondern miteinander harmonieren. Das heißt, es müssen Farben mit demselben Farbwert sein. Die Werte kann man aus Farbtabellen ablesen, die man bei der Beratung im Fachgeschäft einsehen kann. Der Einsatz von Komplementärfarben an zwei nebeneinander- oder gegenüberliegenden Wänden ist auch möglich. Generell sollte dabei aber berücksichtigt werden, dass zu viele Farben zu einer gewissen Unruhe in einem Raum führen können. Wer es aufgeräumt mag, sollte es bei weißen Wänden belassen und farbige Möbel oder Dekoration anschaffen, um ein „Wohnwohlgefühl“ zu erreichen.

Welche Farben sind angesagt?

Derzeit liegen Pastellfarben im Trend. In Skandinavien kombiniert man diese Farben zusätzlich mit ganz harten Mustern wie zum Beispiel breiten Zickzack-Linien in Schwarz-Weiß an den Wänden. Ein Trend, der auch nach Deutschland kommt und das Ziel hat, eine Kontrastwirkung im Raum zu schaffen. Diese Muster können zum Beispiel auch auf Gardinen sein. Und auch mit Möbeln in den Farben Schwarz und Weiß vor einer pastellfarbenen Wand kann man diese Kontrastwirkung erreichen. Ein weiterer Trend ist die Verwendung von Weiß in Verbindung mit Holz.