Altersvorsorge

Wohnberatung für Senioren

Wer so lange wie möglich zu Hause bleiben möchte, sollte umbauen

– Der Bedarf nach barrierefreien oder seniorengerechten Wohnungen ist derzeit sehr hoch: Wer auch im Alter möglichst lange in seiner vertrauten Wohnung leben möchte, sollte sich auf jeden Fall kritisch mit seiner Wohnsituation auseinandersetzen, rät Julia Gitzbrecht von der DGS Seniorenberatung. Das ist Studien zufolge der Wunsch von mehr als 85 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen. Diesen Wunsch zu erfüllen, ist das Ziel der Wohnraumberatung der DGS Seniorenberatung.

Seit 2007 berät die DGS Seniorenberatung zu Themen, die im Alter immer wichtiger werden, wie zum Beispiel das sichere Wohnen zu Hause. Bisher informierte die Organisation vorwiegend in Vorträgen und Wohnraum-Ratgebern zum Thema Wohnraumanpassung. Seit Anfang des Jahres 2014 hat die studierte Gerontologin Gitzbrecht das Angebot weiterentwickelt und die Mitarbeiter geschult. Nun beraten die Seniorenberater auch persönlich vor Ort. „Jede Wohnung ist anders, jeder Mensch hat andere Bedürfnisse, und so muss auch jede Wohnraumanpassung individuell geplant werden“, erzählt Julia Gitzbrecht, zuständige Koordinatorin für die Wohnraumanpassung bei der DGS Seniorenberatung.

Das Wichtigste für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden sei die Anpassung des Wohnraums an die aktuellen, aber auch die möglicherweise kommenden Bedürfnisse. „Es ist doch jedem Menschen wichtig, so lange wie möglich seine Unabhängigkeit zu bewahren.“ Die Gründe, warum jemand sein Zuhause verlassen müsse, seien in mehr als 80 Prozent der Fälle die Stufen, die nicht mehr bewältigt werden könnten, oder das Badezimmer, das nicht dem Alter angepasst sei. Die DGS Seniorenberatung beruft sich dabei auf eigene Bedarfsanalysen seitens des Institutes für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen.

„Soweit sollte man es gar nicht erst kommen lassen“, sagt Gitzbrecht. Doch aus ihrer täglichen Arbeit kenne sie das Argument „Noch geht es ja“. Dabei sollte man gerade bei der Wohnraumanpassung nicht warten, „bis es einmal nicht mehr geht“, denn dann sei man oft nicht mehr in der Lage, sich solch ein Projekt noch zuzumuten.

Seit Oktober gibt es über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ einen Zuschuss von der KfW-Förderbank. Er beträgt bei Einzelmaßnahmen acht Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 4000 Euro pro Einheit.