Stadtplanung

Zurück an den Ort der Kindheit

Petra-Marina und Wolfgang Schiele verbinden schöne Erinnerungen an das Dahmeufer. Hier wollen sie bald wohnen

Petra-Marina Schiele wusste sofort, dass sie hier richtig ist. „Als mein Mann sagte, an der alten Marina in Köpenick auf dem Weg raus’ nach Grünau wird gebaut und ob wir uns das nicht mal anschauen wollen, hatte ich sofort ein gutes Gefühl“, erzählt sie. Wenige Tage später stand das Paar dann vor dem Objekt – und es war um beide geschehen.

„Das fühlte sich hier richtig an“, sagt Petra-Marina Schiele rückblickend und fügt schmunzelnd hinzu: „Und wer mit zweitem Namen Marina heißt, kann auch in einer leben!“

Denn die Bankangestellte und ihren Mann, der als Ausbilder in einer Schule für Benachteiligte arbeitet, verbindet mehr mit dem Ort. „Hier haben wir einen Großteil unserer späten Jugend verbracht“, erinnern sie sich, und man sieht ihnen an, dass sie gern an die alten Zeiten zurückdenken. „An dem Steg, der sich noch hinter dem Haus befindet, hatte eine sehr gute mütterliche Freundin von mir ihr Boot stehen. Mit ihr sind wir häufig rausgefahren auf die Dahme, Spree und bis zum Müggelsee. Mein Mann hat auch sehr oft beim Boot geholfen, ob es nun ans Reinholen im Winter ging oder ans wieder Flottmachen im Frühjahr“, erinnert sich Petra-Marina Schiele gerührt.

Und hier, an der Stelle, an der früher eine kleine Werft stand und sich die Boote an den Stegen reihten, wird das Paar in einigen Jahren seinen Lebensabend verbringen. Denn es hat sich binnen weniger Tage entschieden und eine der 44 Eigentumswohnungen des Marina Quartiers 83 gekauft. Der Preis: 3100 Euro pro Quadratmeter.

Noch ist es eine Großbaustelle, doch im Sommer 2015 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. „Für uns ist es dann für einen Umzug noch zu früh. Wir haben die Wohnung zwar schon gekauft, planen aber, diese für einige Jahre erst zu vermieten, bevor wir als Rentner hier einziehen werden“, erklärt das Paar.

Zurzeit lebt es in einem 117 Quadratmeter großen Haus mit Keller, Dachgeschoss und großem Garten im benachbarten Mahlsdorf. „Im Alter möchten wir uns verkleinern und dann auch von viel Nippes trennen“, sagt Petra-Marina Schiele. Sie rechnet damit, dass sie sich dann auch gern von der Gartenarbeit verabschieden wird. „Wir brauchen das große Haus dann nicht mehr. Unsere Kinder sind ohnehin schon längst ausgezogen. Unser Sohn baut gerade ein eigenes Haus in der Nähe“, sagt Petra-Marina Schiele.

Penthouse-Stil

Für das Alter plant das Paar, alte Köpenicker Freundschaften wieder mehr zu pflegen. Auch das Reisen, Klettern und Wandern soll mehr Raum in ihrem Leben erhalten. „Und wir wollen uns ein Boot kaufen“, verrät die 57-Jährige. Sie freue sich schon auf die 85 Quadratmeter „kleine und schnuckelige Wohnung“, wie sie betont.

Mit Bauhelmen geschützt gehen die beiden Eigentümer über die Baustelle und zeigen stolz ihr neues Heim. Mit dabei ist auch der sechsjährige Enkel Felix Schiele, der den Ausflug als kleiner Baumeister sichtlich genießt. „Die Wohnungen werden im Penthouse-Stil errichtet. Geplant sind große Räume mit viel Licht. Unsere Wohnung wird lediglich zwei Zimmer haben, ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer mit einer offenen Küche, ein Bad und eine 20 Quadratmeter große Terrasse“, erläutert Wolfgang Schiele. Daher zeigt der 58-Jährige auf eine imaginäre Wand, die die Küche dann vom Schlafzimmer trennen wird. Die Küche wolle man in der Farbe Blau kombiniert mit dem Holz der Eiche einrichten. Im Wohnzimmer sollen die hochwertigen italienischen Holzmöbel des Paares Platz finden, die aus dem Haus in Mahlsdorf mit umziehen werden.

„Wir wollen aber nicht alles mit Möbeln vollstellen und den luftigen Aspekt der Räume zerstören“, ergänzt seine Frau. Schließlich sollen hier mal bodentiefe Fenster einen einmaligen Blick auf die Dahmen und das Köpenicker Schloss ermöglichen. Der Blick war es auch, der das Paar vom Kauf dieser bestimmten Wohnung überzeugte. „Da hatten wir Glück. Das war die letzte noch freie in erster Reihe mit direktem Wasserblick“, freuen sie sich und zeigen auf die jetzt noch morschen Stege, die bald ebenfalls erneuert werden. Hier plant der Investor 29 neue Bootliegeplätze anzulegen.

Das Projekt, das von der BPT Seeresidenz GmbH um Markus Braunsburger initiiert wurde (siehe Interview), besteht aus den beiden Häusern Grünauer Straße 83 A–C mit fünf Etagen, Stellplätzen und 33 Wohnungen, sowie Grünauer Straße 83 D mit vier Geschossen und elf Wohnungen.

29 Bootsliegeplätze

Während die Wohnungen im Gebäude A–C durchgestreckt und somit von beiden Seiten belichtet sind, ist das Haus mit der Nummer 83 D längs strukturiert, sodass jede der Wohnungen einen Balkon oder eine Terrasse direkt über der Dahme besitzt. Alle Wohnungen des maritimen Quartiers sind bequem per Aufzug zu erreichen und werden entsprechend ihrer Wasserlage hochwertig ausgestattet. „Viel Licht und einen guten Ausblick ermöglichen die bodentiefen Fenster. Jede Einheit ist zudem mit einer eigenen Terrasse samt Gartenabteil oder einem privaten Balkon mit Wasserblick ausgestattet“, sagt Britta Berger, zuständig für das Projekt in der Agentur Eckel Presse & PR.

Das komplette Gebäude sei nach strengen Energiesparvorgaben geplant und errichtet worden und werde per Fußbodenheizung beheizt. Zu den 29 Bootsliegeplätzen werden noch 20 PKW-Stellplätze für die Bewohner auf dem eigenen Grundstück zur Verfügung stehen. „Als Reminiszenz an die Wasserlage erhalten die Wohnräume einen schiffsbodenartig verlegten Dielenboden aus matter Eiche“, erläutert Thimo Kranz, verantwortlich für die Projektentwicklung und den Vertrieb bei der Profi Partner AG, die Innenausstattung und fügt an: „Derzeit sind 19 Wohnungen noch frei, wobei aktuell fünf Reservierungen vorliegen.“ Mitte Oktober wird Richtfest gefeiert. Darauf freuen sich Petra-Marina und Wolfgang Schiele schon sehr. Vor wenigen Wochen hatten sie sich bereits zu einem Sommerfest auf der Baustelle getroffen. „Es war schön, schon heute unsere Nachbarn von morgen zu treffen“, sagt Petra-Marina Schiele. Mit den zukünftigen Nachbarn, die die Wohnung direkt neben dem Paar beziehen werden, habe man sich schon jetzt für ein Treffen in zehn Jahren verabredet – zu Kaffee und Kuchen.

„Die wollen, wie wir auch, ihre Wohnung erst einige Jahre vermieten und im Alter dann hier einziehen“, erklärt Wolfgang Schiele. Wer weiß, vielleicht geht es dann ja nach dem Kaffee noch aufs Boot und man schippert gemeinsam über die Dahme und Spree zum Müggelsee.