Interview

„Stadtnähe verbunden mit Urlaubsatmosphäre“

In Köpenick locken Natur, die Nähe zum Wasserund Wohnungen mit hoher Lebensqualität

Markus Braunsburger ist einer der Initiatoren vom Köpenicker Marina Quartier. Die Autorin Anna Klar befragte ihn zu den Besonderheiten des Projektes und seinen weiteren Plänen.

Berliner Morgenpost:

Was unterscheidet das Marina Quartier von anderen Projekten?

Markus Braunsburger:

Im Fokus stand, eine Blickachse aller Wohnungen zum Wasser zu schaffen. Auch die nicht frontal am Wasser liegenden Wohnungen verfügen ausnahmslos über eine seitliche Wassersicht und eine volle Südausrichtung im Wohnbereich mit Terrasse/Balkon für Tages- und westliche Abendsonne. Die Schlafbereiche haben ein angestelltes Fenster in Richtung Osten. Damit ist auch dort der Blick zum Wasser gerichtet. Die filigrane Fassadengestaltung lässt die notwendige Größe der Gebäude in den Hintergrund rücken. So entsteht direkt am Wasser eine mediterrane Wohnatmosphäre. Es gibt noch zahlreiche andere Details, die diese Idee abrunden.

Und welches sind Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zu den zahlreichen Bau-Projekten in der Stadt?

Es gibt derzeit kein Bauvorhaben in Berlin mit 29 eigenen, leicht anzufahrenden Liegeplätzen für Boote. Außerdem wurden die Gebäude für die Bewohner konsequent von innen nach außen geplant. Dass heißt, die für das Wohnen geschaffenen Grundrisse prägen die Gebäudekubatur, nicht umgekehrt. Es wurde auch großer Wert auf das Raumklima gelegt. Das wird sichtbar, weil die Fassade zur Straße hin und auch das Dach begrünt werden.

Was waren für Sie die größten Herausforderungen bei diesem Bau-Projekt?

Die Umsetzung der teils komplexen Architektur stellt einen hohen Anspruch an unsere Fachingenieure und an die bauausführenden Unternehmen. Auch die Größe des Grundstückes fordert eine besondere Qualität der Baustellenkoordination.

Wen wollen Sie mit dem Projekt Marina Quartier ansprechen?

Natürlich Wassersportbegeisterte und Menschen, die Wohnraum mit hoher Lebensqualität suchen. Wir verbinden hier Stadtnähe mit erholsamer Urlaubsatmosphäre.

In Ihrem Konzept heißt es „Wohnen im Einklang mit der Natur“. Wie meinen Sie das, und wo sieht man das konkret?

Naturnähe war der Leitfaden unseres Entwurfsarchitekten: Die Begrünung der Straßenfassade und der Dächer, die Renaturierung des Wassergrabens, die geringe Versiegelung des Bodens, die offene, teils geschwungene Fassade – alle diese Merkmale betten das Objekt in die Natur ein und schaffen gute, zeitgemäße Energiewerte.

Warum erfreut sich der Bezirk Treptow-Köpenick seit einigen Jahren einer solchen Beliebtheit?

Sicherlich bietet die baldige Öffnung des neuen Flughafens eine breite Basis. Aber auch der Wissenschaftsstandort Adlershof hat Zugkraft. Außerdem ist Köpenick aus meiner Sicht viele Jahre in seiner Lebensqualität im Bereich der Naherholung unterschätzt worden. Der Bezirk spiegelt mit seinen Bewohnern, der dichten Begrünung und den tollen Wasserflächen Berlin sehr gut wider. Außerdem wird adäquater Wohnraum dringend gebraucht. Die hohe Nachfrage nach unseren Wohnungen zeigt das deutlich.

Planen Sie weitere Projekte in dem Bezirk?

Ja, bei diesen tollen Bedingungen möchten wir in Köpenick auch zukünftig aktiv bleiben.