Sicherheit

So wird das Haus wetterfest

Eigentümer sollten zweimal im Jahr ihre Immobilie checken

Unwetter und Windböen sind eine Gefahr für Haus und Garten. Bis zum Jahr 2100 könnten Stürme hierzulande um mehr als 50 Prozent zunehmen, prognostizieren das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die Freie Universität Berlin und die Universität Köln in einer Klimastudie. Gerade im Herbst sollten sich Hausbesitzer wappnen.

„Welche Kraft die Naturgewalten haben können, machen herumfliegende Dachziegel, abgedeckte Dächer und andere Schäden deutlich, die nach großen Unwettern in den Nachrichtensendungen gezeigt werden“, sagt Manfred Gunkel, Technischer Berater beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Schadhafte Dächer und morsche Äste sind ideale Angriffspunkte für den Sturm.

„Grundsätzlich müssen Hausbesitzer im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht gewährleisten, dass von ihrem Grundstück keine Gefahr für Leben und Gesundheit ausgeht“, sagt Gunkel. „Mindestens zweimal pro Jahr sollten Besitzer ihre Immobilie checken, am besten zum Frühjahr und Herbst“, rät Corinna Kodim vom Eigentümerschutzverband Haus & Grund Deutschland. Dabei müssen sie kleinste Schäden an Dach und Regenrinnen beseitigen. „Sonst riskiert man bei starkem Regen und Sturm große Folgeschäden.“

Besonders sensibel für Sturmschäden sind Fassade und Dach. Nicht selten lösen sich Bretter und Schindeln, die beim Herunterfallen Menschen verletzen können. Geprüft werden müssen auch Tür- und Fensterabdichtungen sowie Regenrinnen. Gibt es Risse im Putz? Sitzt die Antennenanlage fest?

Auch das Grundstück muss spätestens vor dem Herbst wetterfest gemacht werden. „Morsche Äste können zur Gefahr werden, wenn sie auf die Straße oder sogar gegen eine Stromleitung geweht werden“, sagt Kodim. „Befinden sich alte und kranke Bäume auf dem Grundstück, ist es gut, einen Fachmann hinzuzuziehen und die Bäume in Absprache mit den zuständigen Behörden sicherheitshalber fällen zu lassen.“

Während Hausbesitzer die Fassade selbst prüfen können, ist es beim Dach komplizierter. Da ist der Experte gefragt, vor allem bei einem Steildach. Aber auch Flachdächer haben ihre Tücken. „Der Handwerker kann besser als ein Laie einschätzen, welche Dinge sofort repariert werden müssen “, sagt Gunkel. Er empfiehlt Wartungsintervalle von ein bis zwei Jahren.

Hat ein Sturm getobt, muss zwischendurch ein Fachmann aufs Dach. „Sturmfolgen sollten umgehend in Absprache mit dem Versicherer beseitigt werden“, sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Denn wenn das Dach beschädigt ist, bietet es nicht nur weniger Schutz vor Kälte und Regen. Es liefert auch viel mehr Angriffsflächen für weitere Stürme. Auch Solarmodule könnten starke Stürme gelockert haben. Zwar müssten sie wie alle anderen Bauteile auf dem Dach den gesetzlich vorgeschriebenen Windsognachweis erfüllen, erklärt Gunkel. Aber es gibt Fälle, wo dieser Nachweis fehlt und die Solaranlagen entsprechend windanfällig sind.

Strengere Vorgaben

Seit 2011 haben Hausbesitzer strengere Vorgaben. Für Neubauten ist es nun vorgeschrieben, dass etwa Verklammerungen Dachziegel mechanisch sichern. Gunkel: „Ältere Bestandsbauten sind davon zwar in der Regel ausgenommen. Ihre Besitzer sind gut beraten, alles dafür zu tun, dass Ordnung und Sicherheit auf ihrem Grundstück gewährleistet sind. Sie sollten unbedingt regelmäßig prüfen lassen, ob auf dem Dach noch alles fest sitzt.“