Finanzierung

Altbausanierung kann teuer werden

Finanzierung sollte auf den Baufortschritt abgestimmt sein. Eigenleistung wird oft überschätzt

Ob denkmalgeschützter Altbau oder Bungalow aus den 60er-Jahren: Sanierungsobjekte können einen besonderen Charme entwickeln und eine gute Investition sein. Doch speziell bei solchen Objekten sollte die Finanzierung gut gesichert sein.

Wer sich für ein Sanierungsobjekt entscheidet, das von einem Bauträger oder Generalunternehmer saniert zum Festpreis angeboten wird, ist aus Bankensicht mit dem Erwerber eines neuen Bauträgerobjekts gleichgestellt. „Entscheidend hier ist die realistische Abstimmung der Finanzierung auf den Sanierungsfortschritt. Wie beim Neubau werden die einzelnen Tranchen nach Baufortschritt ausgezahlt. Zieht sich die Sanierung länger hin, können Kosten in Form von Bereitstellungszinsen entstehen“, erläutert Michiel Goris von der Interhyp AG. „Da gerade bei denkmalgeschützten Altbauten unvorhergesehene Verzögerungen nie auszuschließen sind, empfiehlt sich eine großzügige Planung der Finanzierung mit einer möglichst langen bereitstellungszinsfreien Zeit.“

Deutlich komplexer stellt sich die Finanzierung dar, wenn man ein sanierungsbedürftiges Objekt erwirbt und die Sanierung in Eigenregie leisten möchte. Hier erwarten die Banken eine äußerst genaue Planung. Zudem finanzieren die meisten Institute den Sanierungsanteil nicht in vollem Umfang. Nach Erfahrung von Interhyp übernimmt die Mehrzahl der Kreditinstitute diesen Sanierungsanteil zur Hälfte oder bis zu 75 Prozent. „Die meisten Banken gehen davon aus, dass der Laie nur einen sehr begrenzten Beitrag leisten kann, und berücksichtigen dies nur in geringem Umfang“, sagt Goris. In der Regel wird von den meisten Banken, je nach Qualifizierung des Kunden, eine Obergrenze von maximal 30.000 Euro für Arbeiten in Eigenleistung anerkannt.