Extra: Immobilienmakler in Berlin

„Ich kenne meine Landsleute sehr gut“

Die Maklerin Lori Lassen verkauft Häuser und Wohnungen in Berlin und Umgebung an amerikanische Kunden

Berlin hatte schon immer gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Tausende von US-Soldaten waren bis zum Mauerfall im alten West-Berlin stationiert, auch viele zivile Amerikaner lebten hier in der Stadt und prägten das Straßenbild. Nach dem Mauerfall ist das Interesse an der deutschen Hauptstadt, die sich rasant zu einer internationalen Metropole entwickelt, auch in den USA größer geworden. Immer mehr Amerikaner ziehen inzwischen aus privaten oder beruflichen Gründen wieder nach Berlin. Sie arbeiten hier, studieren oder gründen ihre eigenen Firmen. Die Zahl der Amerikaner, die in Berlin eine Immobilie erwerben, wächst zunehmend. Viele kaufen hier Wohnungen oder Häuser für sich oder ihre Familien, andere sehen diese Investitionen als eine Kapitalanlage oder Altersvorsorge an.

Die Maklerin Lori Lassen hat sich auf ihre Landsleute spezialisiert und verkauft Immobilien in Berlin und Umgebung an Amerikaner. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin aus Minneapolis hat in verschiedenen Städten für große Firmen und Unternehmensberatungen gearbeitet, bevor sie vor 16 Jahren mit ihrem deutschen Mann nach Berlin zog. Ihr Mann war als Architekt am Bau des Sony Centers am Potsdamer Platz beteiligt, so kam auch die 47-Jährige ziemlich früh mit der Bau- und Immobilienwirtschaft in Berührung. Vor acht Jahren gründete sie ihr eigenes Maklerunternehmen. „Am Anfang sind wir in Berlin oft umgezogen. Es war schwer, eine passende Wohnung für uns zu finden. So bin ich auf die Idee gekommen, später als Maklerin zu arbeiten“, erinnert sich Lori Lassen.

Inzwischen hat die zweifache Mutter viele Objekte in Berlin und Potsdam im Angebot. Sie betreut amerikanische Immobilienkunden. „Ich mag diesen Beruf sehr. Man muss offen sein, mit Menschen gut umgehen können, die Bedürfnisse der Kunden gut kennen und auch psychologische Kenntnisse haben“, sagt Lassen. Durch die amerikanische Schule ihrer Kinder und ihre privaten Beziehungen kennt sie viele Amerikaner in Berlin, im Laufe der Jahre hat sie sich ein gutes Netz aufgebaut. Viele Kunden kommen durch Empfehlungen, andere werden durch die angebotenen Immobilien auf ihrer Internetseite auf sie aufmerksam. „Ich kenne die amerikanische Mentalität und die Bedürfnisse von amerikanischen Kunden sehr gut. Ich weiß genau, wie sie am liebsten wohnen möchten“, meint Lassen. Sie arbeitet auch mit anderen Maklerbüros in der Stadt zusammen und tauscht Informationen aus. Wenn sie die passende Immobilie nicht in ihrem Portfolio hat, versucht sie es mit Hilfe von anderen Kollegen zu finden. Lassen vermittelt ihren amerikanischen Kunden viele Ein- und Mehrfamilienhäuser, Penthäuser, Eigentumswohnungen oder Baugrundstücke. Sie hilft ihnen oft auch bei der Finanzierung.

Die meisten Amerikaner kaufen lieber eine Immobilie und wollen nicht zur Miete wohnen. Sie haben oft ganz andere Wohngewohnheiten als Deutsche. Der Hausbau aus Holz ist in den USA sehr verbreitet, große Küchen und offene Bereiche werden von vielen US-Bürgern bevorzugt. Lassen versucht, passende Immobilien für ihre amerikanischen Kunden zu finden und sie mit deutschen Wohnverhältnissen vertraut zu machen.

Sie verhandelt mit Bauträgern und Immobilienbesitzern, bis sie eine Lösung für ihre Klienten gefunden hat. „Berlin ist eine sehr grüne Metropole. Das Lebensgefühl hier in der Stadt gefällt vielen Amerikanern“, betont Lassen. Viele ihrer Kunden würden Wohnorte wie Mitte, Charlottenburg oder Tiergarten bevorzugen. Junge Amerikaner seien von Kreuzberg oder Prenzlauer Berg fasziniert, Familien würden sich im Südwesten der Stadt wohlfühlen, sagt die Immobilienexpertin.