Extra: Immobilienmakler in Berlin

Optik und Lage spielen eine sehr große Rolle

Russische Kunden bevorzugen eher Charlottenburg, Mitte und Grunewald

Russischsprachige Menschen gehörten immer zur Geschichte Berlins. Nach der Oktoberrevolution flüchteten viele Russen und Weißrussen nach Berlin und bildeten hier eine große Minderheit. In den Zwanzigerjahren soll es rund 360.000 russischsprachige Bürger in Berlin gegeben haben. Darunter die Schriftsteller und Künstler Boris Pasternak, Vladimir Nabokov und Marc Chagall. Die meisten von ihnen wohnten in Charlottenburg, im Volksmund sprach man deshalb von „Charlottengrad“. Es gab viele russischsprachige Zeitungen, Zeitschriften und Verlage, die Infrastruktur war vollkommen. Später verließen viele Berlin und gingen nach Paris oder in die USA.

Jetzt gibt es wieder viele russischsprachige Menschen in Berlin. Manche lebten damals in der DDR und sind nach dem Mauerfall hier geblieben. Außerdem hat die Bundesregierung in den letzten 25 Jahren rund drei Millionen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion aufgenommen und sie in verschiedenen Städten untergebracht. Derzeit leben in Berlin schätzungsweise über 200.000 russischsprachige Bürger. Sie arbeiten hier, bauen für sich und ihre Kinder eine Zukunft auf und erwerben auch Immobilien.

Parallel dazu stieg nach dem Mauerfall das Interesse an Berlin auch in Russland. Viele Russen haben den Berliner Immobilienmarkt für sich entdeckt. Sie kommen aus verschiedenen russischen Metropolen nach Berlin und kaufen hier Häuser und Wohnungen. „In diesem Jahr haben wir bis jetzt an zwölf Russen Eigentumswohnungen in Mitte und City-West verkauft. Darunter war nur eine Wohnung ohne Kfz-Abstellplatz. Russische Kunden legen großen Wert auf eigene Abstellplätze“, sagt Jörn Glawe von der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH.

Der 47-Jährige hat sich auf russische Kunden spezialisiert. „Viele Russen wollen eine Dependance in Berlin haben und kaufen hier Eigentumswohnungen. Wenn sie mal in Berlin sind, wollen sie lieber in ihrer eigenen Wohnung wohnen“, meint Glawe. Seine Kunden bevorzugen Immobilien in Charlottenburg, Mitte und Grunewald. „Die Russen kaufen lieber fertige Objekte, die sie besichtigen und anfassen können. Sie schätzen die seriöse Abwicklung des Geschäfts und die Ernsthaftigkeit in Deutschland sehr“, betont der studierte Wirtschaftsinformatiker. „Die Optik und die Lage spielen natürlich auch eine wesentliche Rolle“.