Extra: Immobilienmakler in Berlin

Makler sollen eine Lehre absolvieren

Die Bundesregierung plant ein neues Gesetz. Der Ring Deutscher Makler lässt das Vorhaben prüfen

Der Beruf des Maklers ist nicht geschützt. Jeder, der volljährig und nicht vorbestraft ist, kann ein Gewerbe anmelden und Makler werden. Man braucht dafür keine klassische Berufsausbildung.

Es gibt eine große Auswahl an Fort- und Weiterbildungsangeboten auf freiwilliger Basis. Jeder Makler muss selber entscheiden, wo er für sich einen Bedarf sieht und für seine Defizite zusätzliches Wissen aneignen will. „Wir finden Weiterbildungsmaßnahmen für Makler über aktuelle Themen richtig und erforderlich. Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium wären als Grundvoraussetzung für den Maklerberuf sehr sinnvoll“, sagt Markus Gruhn, Berliner Landeschef des Rings Deutscher Makler (RDM).

Derzeit gibt es Bestrebungen von der Bundesregierung, künftig eine Berufsausbildung für Immobilienmakler gesetzlich vorzuschreiben. Hintergrund ist die steigende Zahl an Beschwerden von Bürgern. Um dieses geplante Gesetzesvorhaben durchzusetzen, müsste erst empirisch festgestellt werden, dass Makler im Vergleich zu anderen Berufen überportional viel Schaden bei Kunden anrichten. „Das wäre ein starker Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit. Diese Möglichkeit der Berufswahl darf nicht eingeschränkt werden“, betont Gruhn. Der RDM hat inzwischen von Juristen ein Positionspapier formulieren lassen, um festzustellen, wie verfassungskonform die geplante Einführung von Berufsausbildung für Immobilienmakler wäre. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD heißt es: „Für Maklerleistungen wollen wir klare bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und ebenso Qualitätssicherung erreichen“. Die Koalitionspartner wollen „einen Sachkundenachweis einführen und Standards aus anderen Beratungsberufen auf das Maklergewerbe übertragen“. Auch sollen „berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Wohnungsverwalter und Immobilienmakler“ verankert werden.

In seinem Positionspapier begrüßt der RDM grundsätzlich, dass jeder Makler eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung vorweisen muss. Er spricht sich allerdings gegen eine Fort- und Weiterbildungsverpflichtung für Bestandsmakler aus. „Immobilienmakler, die bereits am Markt sind, beherrschen ihr Geschäft und haben nachgewiesen, dass sie sich durch Qualität, die sich auch in kunden- und verbrauchergerechter Beratung niederschlägt, auszeichnen“, heißt es dort.

Sinnvoll sei es, den Immobilienmaklern die Möglichkeit zu geben, sich freiwillig nach dem Schwerpunkt der jeweiligen Tätigkeit zum Fachmakler zu spezialisieren. Solche Spezialisten würden sich wesentlich stärker auf ein Gebiet konzentrieren. Auftraggeber könnten sie dann je nach Bedarf auswählen. Der RDM schlägt vor, entsprechende Prüfungen bei den Industrie- und Handelskammern anzusiedeln, um „Seriosität zu gewährleisten und Verbrauchervertrauen zu gewinnen“.