Rechtslage

Die Wohnung muss 20 Grad warm sein

An kalten Sommertagen muss der Vermieter die Heizung anschalten.

Er sei verpflichtet, die zentrale Heizungsanlage so einzustellen, dass in der Wohnung eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad herrschen könne. Darauf weist Claus O. Deese vom Mieterschutzbund in Recklinghausen hin. Das sei auch die übliche Wohlfühltemperatur.

In der Nacht, zwischen 23 beziehungsweise 24Uhr und sechs Uhr, könne die Temperatur leicht darunterliegen. Laut aktueller Rechtsprechung stelle aber erst eine Raumtemperatur unter 18 Grad an einem Tag einen Mangel dar, erläutert Deese.

So urteilte zum Beispiel das Landgericht München, dass bei Temperaturen von 15 bis 17 Grad in der Wohnung ein schwerwiegender Mangel vorliege. Der Mieter hat in solchen Fällen das Recht, die Miete zu kürzen (Az.: I 20 S 3739/84) oder sogar fristlos zu kündigen, wie das Landgericht Landshut entschied (Az.: 1 S 1222/85). Ältere Urteile sahen erst einen Wert von unter 17 Grad über mehrere Tage als zu kalt für eine Wohnung an.