Technik

Haushaltsgeräte denken mit

In Bielefeld wird für 11,3 Millionen Euro eine Wohnung mit besonderer Spitzentechnik entwickelt

Diese Wohnung soll ein Besserwisser werden: Sie wird den Bewohner auffordern, sich mehr zu bewegen, ihm beim Kochen Rezeptvarianten vorschlagen und gleich mitteilen, welche Zutaten er noch besorgen muss, und beim Rausgehen fragt sie, ob man den Schlüssel dabei hat. So könnte die „mitdenkende Wohnung fürs Leben“ aussehen, die jetzt in Bielefeld entwickelt werden soll. Für die nächsten drei Jahre stehen 11,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Acht Millionen Euro kommen vom Bundesforschungsministerium, und zwar aus dem Förderschwerpunkt „Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel“. 3,3 Millionen Euro steuern die federführende Universität Bielefeld und die 13 Partner des Projekts bei. Ziel sei es, eine Brücke zwischen Mensch und Technik zu schlagen, sagte der Sprecher des neuen „regionalen Innovationsclusters KogniHome“, Helge Ritter. So soll etwa die Sprachsteuerung in freier Rede weiterentwickelt werden.

Einer der Partner sind die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Vorstandsmitglied Günther Wienberg hofft auf praktische Neuentwicklungen, die besonders Senioren und Menschen mit Behinderung den Alltag erleichtern.

Natürlich stünden im Hintergrund des Projekts auch der wachsende Fachkräftemangel und die steigenden Kosten der Betreuung, räumte Wienberg ein. „Menschliche Zuwendung kann aber nicht durch Technik ersetzt werden.“ Wenn die Technik aber Routineaufgaben übernehme, hätten die Betreuer mehr Zeit für den Menschen. Zu den beteiligten Unternehmen gehört der Hausgerätehersteller Miele. „Technik muss leicht bedienbar sein, der Kunde muss sie akzeptieren“, sagte Technik-Geschäftsführer Eduard Sailer.

Maschinen sollen besser vernetzt werden und zudem lernfähig sein. So könnte sich eine Waschmaschine merken, welche Waschprogramme ein Nutzer meistens wählt. Und diese Gewohnheiten könnten auch beim Verreisen in eine Ferienwohnung übertragen werden. Sailer: „Am Ende soll der Verbraucher über diese Technik sagen: „Wow, ist die gut!“