Ratgeber

Neue Wände in der Wohnung

Geht es um bauliche Veränderungen, müssen Mieter meistens den Eigentümer fragen

Irgendwann ist die Zeit reif für Veränderungen. Auch in der Wohnung: Andere Bodenbeläge, ein farbiger Anstrich oder neue Tapeten – Mieter können frei schalten und walten, solange sich die Veränderungen an der Wohnung ohne weiteres wieder rückgängig machen lassen und sofern keine Schäden bleiben. Was Mieter dürfen und was ihnen nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt ist – hierzu im folgenden ein Überblick:

Umgestaltung: Wie weit können Mieter bei der Veränderung ihrer Wohnung gehen?

Bauliche Veränderungen an der Mietwohnung sind nur mit Zustimmung des Eigentümers zulässig. Der Vermieter kann sein Okay auch davon abhängig machen, dass der Mieter sich verpflichtet, die baulichen Veränderungen bei Auszug wieder rückgängig zu machen. „Hierfür kann er von dem Mieter auch eine zusätzliche Kaution verlangen“, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Sowohl die Einwilligung als auch sonstige Vereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten werden, rät Silvia Jörg vom Interessenverband Mieterschutz in Hamburg.

Lärm: Dürfen Mieter Schallschutzfenster einbauen?

Nur mit Zustimmung des Vermieters. Sonst droht dem Mieter, dass er teure Investitionen tätigt und bei Beendigung der Mietzeit die Wohnung wieder in den alten Zustand versetzen muss.

Vorgaben: Was ist rechtlich möglich, was nicht?

Alles, was nicht in die Bausubstanz der Mietsache eingreift, ist erlaubt – zum Beispiel der Aufbau einer Einbauküche. Einen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters hat der Mieter dann, wenn er auf die baulichen Veränderungen angewiesen ist. Etwa dann, wenn die Umgestaltung für eine behindertengerechte Nutzung der Mietwohnung oder den Zugang zu ihr erforderlich ist.

Braucht ein Mieter einen Treppenlift, um in seine Wohnung zu gelangen, hat er grundsätzlich Anspruch auf Zustimmung. „Sollte der Treppenlift aber die Treppe so blockieren, dass andere Mieter sie nicht mehr benutzen können, entfällt dieser Anspruch“, erklärt Happ. Nicht erlaubt ohne Zustimmung des Vermieters sind beispielsweise das Einlassen einer Katzenklappe oder Kürzen der Türen.

Unterteilung: Ist es zulässig, eine Wand einzuziehen?

Das geht nur mit Einwilligung des Eigentümers. „In aller Regel wird der Vermieter aber im Laufe des Mietverhältnisses nicht bemerken, ob der Mieter eine Wand eingezogen hat“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Dem Mieter sollte aber klar sein, dass er bei Beendigung des Mietverhältnisses die Wand wieder entfernen muss.

Badezimmer: Dürfen Mieter die Fliesen erneuern?

Das ist nur mit Zustimmung des Vermieters möglich. „Ohne Erlaubnis läuft der Mieter Gefahr, dass er hochwertige Fliesen anbringt, der Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisses aber die Rückgabe der Mietsache im ursprünglichen Zustand fordert“, warnt Ropertz. Auch der Einbau eines Whirlpools im Bad ist nur erlaubt, wenn der Eigentümer einverstanden ist. „Das Entfernen der Badewanne oder Dusche für den Einbau eines Whirlpools ist ohne erheblichen Eingriff in die Substanz nicht möglich und somit erlaubnispflichtig“, erklärt Silvia Jörg.

Fußboden: Dürfen Mieter in den Räumen einen neuen Teppichboden verlegen?

Hat der Mieter die Wohnung mit Teppichboden angemietet, kann er einen Austausch des Teppichbodens verlangen, wenn dieser völlig verschlissen ist. Sollte die Wohnung ohne Teppichboden vermietet worden sein, darf der Mieter einen Teppichboden verlegen. Bei seinem Auszug aus der Wohnung muss er ihn allerdings auch wieder entfernen. „Mieter sollten vorsichtig sein, wenn sie Teppichböden verkleben wollen“, warnt Gerald Happ. Denn die Klebespuren müssen beim Auszug ebenfalls mit entfernt werden – was allerdings gar nicht so einfach ist.

Farben: Ist es gestattet, die Wände bunt zu streichen?

Ja, das ist erlaubt. „Bei seinem Auszug muss der Mieter aber – losgelöst von der eventuellen Verpflichtung zu Schönheitsreparaturen – die Wohnung auf jeden Fall in einem farblich neutralen Zustand zurückgeben“, sagt Ropertz. Bunte Farben müssen dann also überstrichen werden.

Erstattung: Muss der Eigentümer dem Mieter beim Auszug einen Ausgleich zahlen?

Nein, er muss nicht zahlen. „Selbst wenn der Umbau aus Sicht des Mieters eine Verbesserung darstellt, kann der Vermieter beim Auszug einen Rückbau verlangen“, sagt Jörg. Sollen jedoch die Ein- oder Umbauten auf ausdrücklichen Wunsch des Vermieters nach dem Auszug in der Wohnung bleiben, muss der Eigentümer dem Mieter einen angemessenen Ausgleich zahlen.